Heuschnupfen: Mediziner suchen Schlüsselprotein im Nasensekret

20. Juli 2015, 13:20
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Grazer Forschergruppe nimmt das Proteom des Nasenschleims unter die Lupe

Birke, Hasel, Erle, Pappel: Durchschnittlich jeder siebente Österreicher leidet unter sogenanntem Heuschnupfen, einer allergischen Reaktion auf Blütenpollen. Die allergische Rhinitis, allgemein als Heuschnupfen bekannt, ist eine allergische Reaktion, die auf einer Überempfindlichkeit gegen die Eiweißkomponenten von bestimmten Pollen beruht.

Betroffene leiden neben geröteten, tränenden Augen an einer rinnenden oder auch verstopften Nase. Und gerade die Nase, ihr Sekret und dessen Veränderung unter Einwirkung von Allergenen steht im Mittelpunkt eines dreijährigen Forschungsprojektes von HNO-Medizinern, Immunologen und Molekularbiologen der Med-Uni Graz.

Unterschiede im Nasensekret

Die Gruppe um Forscher Peter Valentin Tomazic ist das einziges Team weltweit, das sich explizit mit dem Nasenschleim und seinem Proteom beschäftigt. Tomazic will die Veränderungen des Proteoms – also der Gesamtheit des "Eiweiß-Mix" – im Nasensekret im Zeitverlauf der Pollensaison bei Allergikern und Nicht-Betroffenen erheben.

"Das verschafft ein besseres Verständnis des Nasenschleims als Abwehrbarriere gegen Allergene", erläutert Tomazic. Aus den gewonnenen Daten will man einzelne Proteine oder Proteingruppen ermitteln, die als Biomarker für die Diagnostik, vor allem aber als Schlüsselproteine für neue Therapien zur Behandlung der Allergie dienen könnten.

Das Grazer Team hat bei der Auswertung von jeweils rund 20 Probanden herausgefunden, dass es signifikante Unterschiede im Nasensekret-Proteom von Allergikern und Gesunden gibt: So habe sich ein Ungleichgewicht im Vorkommen körpereigener Anti-Proteasen gezeigt, wodurch vermutlich die Proteasen aus den Pollen nicht vollständig deaktiviert werden können.

Nach den ersten Studienergebnissen scheinen in etwa 400 unterschiedliche Proteine und Proteingruppen bei der Abwehr von Allergenen in der Nase eine funktionelle Rolle zu spielen. Rund zehn Proteine und bis zu fünf Proteingruppen sind nunmehr in den näheren Fokus der Forscher geraten. Das Forschungsprojekt wird aus Mitteln des Wissenschaftsfonds FWF finanziert und läuft bis Mitte 2017. (APA, 20.7.2015)

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