Spielen wie die Bauern: Lofty Stevenson erklärt Rugby

Kurz vor Beginn der WM plaudert Österreichs neuseeländischer Teamchef aus dem Nähkästchen: "Geht nicht" gibt es für den leidenschaftlichen Sportsmann nicht

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Gespräch16. September 2015, 17:00

Philip "Lofty" Stevenson ist der erste Profi-Trainer in der noch nicht gar so langen Rugby-Historie Österreichs. Seit zwei Jahren coacht er die österreichische Nationalmannschaft, doch ist der 50-Jährige viel mehr als bloß Teamchef. Seine Mission: den Sport in allen Facetten auf ein höheres Entwicklungsniveau zu hieven – organisatorisch, spielerisch, überhaupt. Als Neuseeländer ist er für eine solche Grundlegung prädestiniert und ein Glücksfall zugleich: Schließlich gelten die Kiwis in diesem Geschäft von jeher als Maß aller Dinge. Wenn Stevenson anhebt, über Rugby zu sprechen, fließt es aus dem Mann nur so heraus. Man merkt: Es geht hier zwar auch um Sport, eigentlich aber handelt es sich um eine Passion. DER STANDARD hat versucht, halbwegs mitzuhalten.

foto: örv
Lofty Stevenson, geboren im neuseeländischen Eketahuna, blickt auf eine lange Karriere als Spieler und vielseitiger Trainer zurück. Nach zahlreichen Stationen in seiner Heimat und Europa betreut er neben Österreichs Herren-Nationalmannschaft auch das 7er-Team der Frauen. Darüber hinaus spielt er in Österreichs Rugby-Verband als Development-Manager quasi die Rolle des Mädchens für alles.

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Je früher, desto besser

"Ich habe mit vier Jahren mit dem Rugby begonnen. Das ist ganz normal in Neuseeland, und das wäre auch der Schlüssel für Österreich. Wenn man die Kinder früh bekommt, bevor sie einen anderen Sport ausgeübt haben, dann sind sie Rugby-Menschen. In Ländern mit anderen Volkssportarten, Fußball zum Beispiel, bekommst du in erster Linie Leute, die es dort nicht geschafft haben. Ich habe gespielt, viel gespielt. Aber ich hatte auch viele Verletzungen. Während der Rekonvaleszenz habe ich begonnen, im Nachwuchs als Betreuer zu arbeiten. Es stellte sich heraus, dass ich erfolgreich war.

Warum ich hierhergekommen bin? Viele Neuseeländer reisen um die Welt. Bei Teenagern oder jungen Erwachsenen ist das ganz normal. Wir wollen etwas über unsere Geschichte lernen, denn unsere Vorfahren sind in den alten Tagen ja aus Europa gekommen. Und es gibt auch die Kultur des Pazifiks, von den Inseln – auch dort gehen wir hin. Mir hat es in Europa gefallen, mich interessieren die Vielfalt der Kulturen und die Politik hier. Ich war vier Jahre lang in Großbritannien, Freunde haben gefragt, ob ich nicht Lust hätte, zurückzukommen: für einen Coaching-Lehrgang in Deutschland. Ich hatte zu dieser Zeit einen sehr guten Job in Neuseeland, aber ich habe es gemacht. Schnell war ich Teamchef der deutschen 7er-Mannschaft. Viele Coaches aus Neuseeland machen ihren Job im Ausland: Wales, Irland, Schottland – sie alle werden von Neuseeländern trainiert.

Von Bauern lernen

foto: apa/epa/west
Manchmal ist es auf neuseeländischen Farmen sogar lustig.

Wir in Neuseeland sind als Zivilisation noch nicht einmal 200 Jahre alt, zumindest wenn man das Land auf sein europäisches Element beschränkt. Die Maori sind natürlich schon viel länger dort. Die Einwanderer waren Pioniere – und sie sind es in gewisser Hinsicht heute noch. Die Leute sind in ihrem Alltag immer noch oft auf sich selbst angewiesen. Es gibt bei uns den Begriff 'Number 8 Wire Society'. Er geht zurück auf eine spezielle Art von Draht zur Reparatur von Weidezäunen. Er umschreibt das neuseeländische Selbstverständnis: Wenn es ein Problem gibt, dann lassen wir uns etwas einfallen, um es hinzukriegen. Du zeigst Eigeninitiative, Unternehmergeist. In der modernen Gesellschaft werden die Gelegenheiten immer seltener, diese Mentalität einzubringen. Aber im Rugby bleibt sie lebendig. Ein Gegner macht uns Schwierigkeiten: Was können wir tun? Und zwar sofort, denn du kannst nicht bis zum Ende des Spiels auf eine Lösung warten.

Wir Neuseeländer beziehen uns in unserer Trainingslehre stark auf die Arbeitsethik der Farmer. In der Landwirtschaft fängst du eine Sache an und hörst erst auf, wenn sie erledigt ist. Du kannst nicht bei der Hälfte Schluss machen. Wenn man die Ernte einbringen muss oder die Kühe melken oder wenn der Traktor eingeht und die Ernte immer noch eingebracht werden muss, dann kannst du nicht einfach aufhören. Darum geht es: Ich bin erst dann fertig, wenn es fertig ist. Wir tun, was nötig ist. Ein guter Farmer kann auch ein guter Rugbyspieler sein.

Warum Neuseelands "All Blacks" die Besten sind

1928 hat ein Team von Farmern eine Tour nach England unternommen, drei Monate lang waren sie auf See. Dann: zwei Matches jede Woche, 28 insgesamt. Sie blieben ungeschlagen, das waren die 'Invincibles'. Ein Mythos. Das ist der Standard, dem jeder 'All Black' (neuseeländischer Nationalteam-Spieler, Anm.) nacheifert. Wir müssen gewinnen, das ist das Mantra. Wie wir gewinnen? Wir haben zwei Arme, zwei Beine – so wie alle anderen. Der Unterschied sind die Mentalität und eine umfassende körperliche Basisausbildung.

Neuseeländer betreiben jeden Sport, den man sich denken kann. Das kommt aus der Familie, aber auch aus dem Schulsystem. Das führt zu großer Ausgewogenheit, was die physische Ausbildung betrifft. Ideal für Rugby. Das Wetter hilft, es gibt kaum große Extreme. Man kann das ganze Jahr über draußen Sport betreiben. Wir spielen, sei es im Garten hinter dem Haus, am Strand oder sonst wo.

Die europäischen Profis versuchen, sich an den Neuseeländern zu orientieren. Aber es gibt ein Missverständnis. Sie haben sich darauf konzentriert, Muskelmasse aufzubauen, sie dachten, das bringt den größten Vorteil. Das funktioniert aber nur bis zu einem gewissen Grad. Richie McCraw, Kapitän der All Blacks und eine wirkliche Größe, sagt: Ich kann nicht spielen, wenn ich 108 Kilo wiege. Es geht nur mit 105. Der Unterschied mag klein erscheinen, aber er hat verstanden: Du kannst dein Spiel nicht mit jedem Körpergewicht umsetzen. Und auf einen wie Richie hört man. Wir haben das Spiel beschleunigt, wir schleppen nicht so viel Ballast mit uns herum. Die anderen sind vielleicht kräftiger, aber sie können ihren Stil nicht durchhalten. Die Neuseeländer gewinnen ihre Spiele oft in den letzten zwanzig Minuten.

foto: apa/epa/bothma
Südafrika gibt sich den Haka, jenen traditionellen Tanz der Maori, den die neuseeländischen "All Blacks" vor jedem ihrer Spiele zelebrieren. Pittoresk und angsteinflößend zugleich, zwingt die Vorführung das gegnerische Team zu einer kompensatorischen Gegenreaktion.

Dazu kommt die Tiefe im Kader. Im letzten WM-Finale musste die viertbeste neuseeländische Nummer 10 ('Fly-half', Spielmacher, Anm.) einspringen, weil alle anderen sich verletzt hatten. Er war zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr beim Team, sondern irgendwo fischen, hatte das Turnier schon abgehakt. Der Mann kam zurück, spielte und passte, als ob nichts wäre. In einem Trikot, das gespannt hat, weil er ein bisschen, na ja, zu rund war. Und, wie im Märchen, kickte er dann auch noch das entscheidende Goal und wir haben den knappen Sieg gegen Frankreich gerettet. Andere Teams können Ausfälle bei weitem nicht in dieser Art kompensieren.

Umhauen, was dich umhaut

Widerstandskraft. Darum geht es im Rugby. Du wirst umgehauen und stehst wieder auf. Und haust dann selber einen anderen um. Nach Rückschlägen nicht in Passivität verfallen, sondern einen neuen Anlauf nehmen. Scheitern, Erfolg, Scheitern – daraus lernt man. Im Rugby musst du Lösungen finden, darum ist es auch viel mehr als ein Sport. Es ist eine Lebensschule. Rugby produziert bessere Menschen.

Wenn jemand zu mir sagt, und das kommt in Europa öfter vor: 'Ich kann das nicht', dann antworte ich: Du kannst es noch nicht. Du musst diese Negativität überwinden. Sie ist Zeitverschwendung, nicht akzeptabel. Wenn du dich selbst bedauerst, suchst du nicht nach Lösungen. Das versuche ich meinen Burschen und Mädels zu vermitteln. Wir können es. Vielleicht wissen wir noch nicht wie, aber dann haben wir noch nicht genug darüber nachgedacht oder nicht die richtige Person gefragt. Wenn ich morgen meinen Job verliere, suche ich mir einen anderen. Für mich ist das einfach, denn ich trage nicht viel Gepäck mit mir herum.

Ich versuche, meine Philosophie im Training durch die Einübung von technischen Fertigkeiten zu vermitteln. Ich trenne das nicht. Deutsche und Österreicher tendieren dazu, unter Druck nervös zu werden. Das ist nicht hilfreich. Wenn Spieler technisch auf gutem Niveau sind, werden sie ruhiger. Sie denken dann im Ernstfall weniger über Entscheidungen nach. Die Dinge passieren automatisch. Wenn ich denke: Der erwischt mich jetzt, das könnte wehtun – das funktioniert nicht. Du musst wissen, wie sich das anfühlen wird. Und du musst wissen, dass es trotzdem dein Job ist, den Ball zu fangen. Dir ist klar, dass der Zusammenprall kommt – und normalerweise ist es das, wovor sich die Leute fürchten. Aber man gewöhnt sich daran, es ist nichts Besonderes. Kinder zum Beispiel stehen drauf, sie können sich im Spiel ausdrücken. Jemanden schubsen? Sich in jemanden hineinrollen? Mit beiden Beinen kicken? Etwas mit den Händen packen? Besser geht es nicht!

Um wirklich etwas über eine Sache herauszufinden, muss ich sie ausprobieren. Eigene Erfahrungen machen. Nicht einfach dem Hörensagen glauben. Wenn du Rugby ein paar Mal probiert hast, wirst du sehen: Es ist gar nicht so hart. Namibia wird bei der Weltmeisterschaft in der Vorrunde gegen Neuseeland antreten. Haben die Angst? Aber woher! Sie sind begeistert! Denn es ist eine großartige Herausforderung.

Im Rugby beklatscht man das gegnerische Team beim Abgang. Weil du genau weißt, was sie in der Vorbereitung auf das Match durchgemacht haben. Und was sie im Spiel selbst durchgemacht haben. Weil es dir selbst genauso ergangen ist. Auf dem höchsten Level kann Rugby ungefähr so sein, wie wenn du einen Autounfall hast. Wie ermuntere ich meine Spieler, zwei- oder dreimal in der Woche einen Autounfall zu haben? Die wollen das! Für sie fühlt es sich nicht mehr so an. Es geht darum, sich einer Aufgabe zu stellen. Und gleich danach teilst du die Freude dieser Erfahrung mit dem Gegner. Und mit den Fans.

foto: epa/nic bothma
Heinrich Wilhelm Brüssow, Südafrika, 29, 1,80 m, 103 kg. Position: Open-Side-Flanker.

Stilfragen: Ein Spiel für kleine Männer spielen

Wie mein Team spielt, hängt zu hundert Prozent von den Leuten ab, die ich zur Verfügung habe. Österreicher sind klein. Manchmal werde ich sogar gefragt, ob man klein sein muss, um in meiner Mannschaft ein Leiberl zu haben! Also müssen wir ein Spiel für kleine Männer spielen. Wir versuchen ein Tempo zu zeigen, das unterhaltsam und attraktiv für die Zuschauer ist. Was nicht immer gelingt. Weil Dinge schiefgehen. Aber wenn es passt, sieht das gar nicht schlecht aus. Laufen, passen, fangen in höchstmöglichem Tempo – darauf baut unser Spiel derzeit auf.

Ich lasse die Gruppe sehr viel gemeinsam machen. Nur ein kleiner Teil des Trainings läuft in getrennten Gruppen ab. Entwickeln wir uns weiter, wird sich dieser Anteil aber erhöhen. Wir sind nicht schlecht beim Ballgewinn aus 'Scrums' und 'Lineouts'. Unsere Problemzone ist die Schnittstelle zwischen Backs und Forwards. Wenn es hier nicht funktioniert, kann alles zusammenbrechen. Erst wenn das Spiel halbwegs ausbalanciert läuft, kannst du dich darauf konzentrieren, die Feinheiten zu verbessern.

Ich kann zehn verschiedene Stile coachen, aber ich muss bei konkret vorhandenen Fähigkeiten ansetzen: Fitness, Schnelligkeit, Technik. Daraus leitet sich ein Teamprofil und letztlich ein Matchprofil ab. Du kannst nicht einfach einen Stiefel durchziehen, unabhängig von den Gegebenheiten. Das gilt für alle Teamsportarten, aber für Rugby in ganz besonderem Maß. Wir stellen gerne Fragen, anstatt einfach nur vorzugeben, wie es funktioniert. Wie ist es dir gegangen? Wie kann ich dir weiterhelfen? Das ist Teil der Rugby-Kultur. Das Problem in Österreich ist: Die Spieler haben oft ein höheres Niveau als die Trainer. Da gilt es anzusetzen. Was ich nicht sehen will, ist, dass Coaches aus dem Ausland geholt werden. Das Ziel muss sein, Einheimische auszubilden.

Das Team produziert die Stars

foto: reuters/hall
Ein englisches Regelbuch aus dem Jahr 1864. Damals war es Usus, dass nicht etwa der Referee, sondern die Spieler selbst solche Fibeln auf dem Spielfeld bei sich trugen. Für den Fall des Falles.

Im Rugby gibt es nur theoretisch ein größeres Spezialistentum als etwa im Fußball. Meistens machen in einem Spiel alle dasselbe. Nur beim Re-Start eines Matches nach einer Unterbrechung, für den es verschiedene Instrumente gibt, ist das anders. Bei einem Einwurf zum Beispiel. Da kommt es dann darauf an, die richtigen Leute an der richtigen Stelle zu positionieren. Natürlich haben die Verteidiger im Normalfall die schnelleren Beine. Sie müssen in der Lage sein, sich durch Räume zu bewegen, die eigentlich gar nicht da sind. Daraus folgt, dass sie im Schnitt auch leichter sind als die Stürmer. Bei einem Tackling geht es aber für alle um das Gleiche: Du musst in der Lage sein, den Gegner zu stellen, zu stoppen und den Ball zu sichern. Und hier ist ein entscheidender Punkt, den Neuseeland besser hinbekommt als alle anderen: Auch unsere Riesenbabys können schnell laufen, passen, mit beiden Beinen kicken. Alles. Sie sind universeller veranlagt als Spieler aus anderen Teams. Letztlich aber geht es um das Team, nicht um gute Individualisten.

Ich habe noch nie eine Gruppe guter Individualisten gutes Rugby spielen sehen. Ein, zwei Stars einbauen? Das macht bei uns keinen großen Unterschied. Es ist umgekehrt: Das Team produziert die Stars. Im Scrum müssen acht Mann gleichzeitig schieben, aber jeder auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Dieses Synchronisieren der unterschiedlichen Aufgaben muss jedes Mal aufs Neue funktionieren – man ist in großem Maß aufeinander angewiesen. Taktik spielt eine große Rolle. Die grundlegende Frage lautet: Wo ist der Raum, und wie kann ich ihn nützen? Um eine Antwort zu finden, ist es hilfreich, möglichst genau zu wissen, wie sich der Gegner in bestimmten Spielsituationen verhält.

Rugby in Österreich? Warum Träumen nicht hilft

Seit es zum ersten Mal dieses jamaikanische Bob-Team gegeben hat, gibt es in Jamaika Bobfahrer. Am Anfang waren das nur gute Sprinter, die wussten, wie man sich schnell vom Start katapultiert. Heute sind sie handwerklich besser. Es entwickelt sich etwas. Das gilt auch für uns. Irgendwann werden wir im österreichischen Rugby richtige Athleten haben statt diejenigen, die Fußball nicht interessiert. Wie gesagt, wir müssen Kinder früh heranführen und ihre Leidenschaft für den Sport wecken. Dafür brauchen wir eine Struktur. Wir sind in Österreich immer noch in einer recht frühen Entwicklungsstufe, man braucht schon Geduld. Es wird eine Evolution sein, keine Revolution. Die Grundlagen müssen Schritt für Schritt gelegt werden. Man muss Realitäten anerkennen, es hilft nichts, zu träumen. England ist ein gutes Beispiel, die waren sehr, sehr langsam. Aber jetzt? Unglaublich viele Spieler, Schiedsrichter, Ausbilder. Hunderttausende sind dort auf die eine oder andere Art mit Rugby verbunden. Ihre Klubs sind ein großes Business, das ist ein ganz anderes Niveau als in Neuseeland.

foto: ap/moore
Die Engländer freuen sich auf ihre im September anhebende Weltmeisterschaft, die achte seit der Professionalisierung des Sports im Jahr 1995. Von 18. September bis 31. Oktober spielen 20 Nationalteams um den Webb Ellis Cup. Das Finale findet im Twickenham-Stadion zu London statt.

Es wäre schlecht, wenn die Entwicklung zu schnell ginge. Wir wären in Österreich überfordert, wenn plötzlich massenweise Leute zu uns kämen. Wir arbeiten an der Verbesserung von Plätzen, an der Qualifizierung unserer Trainer und Referees, an der Entwicklung der Verwaltung. Was wir brauchen, sind mutige Menschen, die finanzielle Mittel haben, die mit dabei sein wollen, die sich engagieren. Für Kinder, Familien, Werte. Die müssen wir erwischen. Um sie herum kann sich der Sport entwickeln. Aber zuerst muss es intern stimmen, es muss Expertise da sein. Erst dann kannst du an Sponsoren herantreten. Wenn du einen Geldgeber schlecht behandelst, verlierst du ihn. Im Rugby aber streben wir Langfristigkeit an. Du musst nicht viel geben, aber wenn du etwas gibst, bist du Teil der Familie.

Und es müssen Bewerbsstrukturen entwickelt werden. Besonders im Nachwuchs, Jugendliche zwischen sechs und 17 sind der Schlüssel. Bewerbe, Spiele, Teams sind schließlich das Einzige, was wir verkaufen können. Die Klubs müssen dabei unterstützt werden, das hat bisher nicht zur Zufriedenheit funktioniert. Auch deshalb, weil es auf Verbandsebene selbst Defizite gegeben hat. Du brauchst Leute, die sich auskennen. Das geht nicht von heute auf morgen, man darf nicht vergessen: Die Meisten engagieren sich freiwillig. Seit zwei Jahren arbeiten wir daran, die Dinge hinzubekommen. 30 Prozent der Mittel werden in Zukunft in die Jugendarbeit gehen. Zum ersten Mal sind solche budgetären Dinge jetzt klar geregelt worden. Ohne Plan geht es nicht. Ich versuche, den Leuten das Werkzeug in die Hand zu geben. Arbeiten müssen sie selbst damit. Passiert das nicht, kann ich nichts mehr für sie tun. (Michael Robausch, 16.9.2015)