"Brain-Freeze": Studie untersucht "Eiscreme-Kopfschmerz"

20. Juli 2015, 12:51
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So wollen Forscher mehr über die Entstehung von Kopfschmerzen und mögliche Schlaganfall-Therapieansätze erfahren

Ein schönes kaltes Getränk oder ein großes Eis sind besonders an heißen Sommertagen eine Wohltat. Doch bei einer größeren Menge der kalten Substanzen am Gaumen passiert es: Ein kurzer Schmerz im Kopf, das Gefühl, dass das Hirn für einen Augenblick wie "eingefroren" ist.

Dieses Phänomen wird deshalb auch genauso bezeichnet – der "Eiscreme-Kopfschmerz", im Englischen unter dem Begriff "Brain Freeze" bekannt. Am Universitätsklinikum Halle (Saale) wird in der Klinik und Poliklinik für Neurologie genau diese Form von Kopfschmerz in mehreren Studien näher untersucht.

Veränderungen im Blutfluss

"So wie beim Eiscreme-Kopfschmerz treten auch bei der Migräne mit Aura Veränderungen des Blutflusses im Gehirn auf", sagt der beteiligte Assistenzarzt Ole Hensel. Möglicherweise lassen sich aus diesen Ergebnissen Erkenntnisse zur Entstehung von Kopfschmerzen oder gar für Therapieansätze beim akuten Schlaganfall gewinnen. Primär gehe es aber um die Ursachenforschung beim Eiscreme-Kopfschmerz.

In der aktuellen Untersuchung von Ole Hensel habe man bereits herausgefunden, dass beispielsweise vier Grad Celsius kaltes Wasser eher den Schmerz auslöse als ein einzelner Eiswürfel. "Mittels Doppler-Sonografie sind Durchblutungsveränderungen im Gehirn messbar", erklärt Stephan Mages, der den "Eiscreme-Kopfschmerz" in seiner Doktorarbeit untersucht.

Für die Studie wurde zusammen mit der Forschungswerkstatt des Universitätsklinikums Halle (Saale) eigens eine spezielle Kopfhalterung entwickelt, die auf den Kopf gesetzt werden kann und mit mehreren Ultraschallsonden bestückt ist. Aus den Ultraschalldaten kann der Blutfluss gemessen werden und es werden Veränderungen ohne und mit Kältereiz sichtbar.

Im Unterschied zu den Ergebnissen anderer Studien, in denen eine Verlangsamung des Blutflusses festgestellt wurde, hat in den halleschen Untersuchungen der Blutfluss aufgrund des Kältereizes zugenommen. In ein bis zwei Monaten rechnet man mit Ergebnissen, 20.7.2015)

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    foto: frank may dpa/lhe
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