Zwei Tote bei Gewalt vor Präsidentenwahl in Burundi

21. Juli 2015, 05:58
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Pierre Nkurunziza bewirbt sich um eine dritte Amtszeit, obwohl das gegen die Verfassung verstößt

Bujumbura – Vor der umstrittenen Präsidentschaftswahl im ostafrikanischen Burundi ist die Hauptstadt Bujumbura am Montag und in der Nacht auf Dienstag von Gewalt erschüttert worden. Mindestens zwei Menschen sind nach offiziellen Angaben getötet worden, Journalisten und Augenzeugen berichteten bereits am Abend von Explosionen und Schüssen. Zuvor war eine Granate in der Nähe des symbolträchtigen Unabhängigkeitsplatzes im Stadtzentrum explodiert.

Im Krisenland Burundi wird an diesem Dienstag trotz monatelanger Proteste von Regierungsgegnern und heftiger internationaler Kritik ein neuer Präsident gewählt. Die Abstimmung war zuvor auf Druck der Ostafrikanischen Staatengemeinschaft mehrmals verschoben worden. Staatschef Pierre Nkurunziza bewirbt sich um eine dritte Amtszeit, obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten vorsieht.

Boykott der Opposition

Die Opposition will die Abstimmung aus Protest gegen Nkurunzizas Pläne boykottieren. Sie hatte auch nicht an der Parlamentswahl Ende Juni teilgenommen, die Nkurunzizas Partei daher haushoch gewann. Letzte Vermittlungsbemühungen unter Führung des ugandischen Verteidigungsministers Crispus Kiyonga waren am Sonntag gescheitert. Neben dem 51-jährigen Nkurunziza treten nur drei Bewerber an, die alle mit der regierenden CNDD-FDD verbündet sind. Knapp vier Millionen Wahlberechtigte sind registriert.

In dem armen Land kommt es seit Ende April immer wieder zu gewaltsamen Protesten gegen Nkurunziza. Mehr als 80 Menschen sind bereits gestorben, 140.000 aus dem Land geflohen. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte am Montag, derzeit würden täglich etwa tausend Menschen aus dem Land fliehen. Ein ethnischer Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen der Hutus und Tutsis mit 300.000 Toten endete erst vor zwölf Jahren. (APA, red, 21.7.2015)

  • Pierre Nkurunziza (Mitte) will sich noch einmal wählen lassen.
    foto: ap photo/berthier mugiraneza

    Pierre Nkurunziza (Mitte) will sich noch einmal wählen lassen.

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