Ein neues Bärenleben in Nadiya

Ansichtssache20. Juli 2015, 12:30
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Die beiden Bärinnen Julia und Zoya wurden kürzlich von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten in die ukrainische Bärenstation Nadiya überführt. Dort erholen sie sich nun von ihrem früheren Leben, wo sie zuletzt in winzigen Käfigen auf der Ladefläche eines alten Lkws gehalten wurden. Ihr Besitzer hatte bereits überlegt, sie an eine Kampfbärenstation zu verkaufen, wo sie für illegale Jagdmethoden missbraucht worden wären – ein grausames Schicksal, dem sie nun zum Glück entgehen konnten.

"Julia und Zoya haben jeweils ihren Teil des Geheges bereits ausführlich erkundet und leben sich gut in ihrem neuen Zuhause ein. Allerdings müssen wir sie nach wie vor in getrennten Bereichen des Außengeheges unterbringen, da wir noch nicht genau wissen, wie es um Zoyas Sehkraft bestellt ist", sagt Carsten Hertwig von Vier Pfoten.

Das Team vor Ort konnte beobachten, dass die Bärin mehr auf Stimmen und Gerüche als auf visuelle Reize reagiert. Daher ist anzunehmen, dass Zoyas Sicht sehr eingeschränkt ist. So bald wie möglich wird ein gründlicher tierärztlicher Check durchgeführt, der darüber Aufschluss geben soll. Sollte Zoya tatsächlich blind sein oder nur sehr wenig sehen, braucht sie auch in Zukunft ein Areal für sich allein.

Der ehemalige Besitzer der Tiere konnte die rund zehn Jahre alten Bären nicht mehr versorgen. Woher die Bären stammen, ist unklar. Einer von ihnen dürfte aus einem russischen Wanderzirkus, der andere direkt aus der Wildnis stammen. Der Besitzer selbst war früher Tiertrainer in einem Zirkus. (red, 20.7.2015)

foto: vier pfoten
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