Griechenland: Anklage gegen Chef-Statistiker abgewiesen

20. Juli 2015, 06:30
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Gerichtsvertreter: Ermittlungen gegen Andreas Georgiou werden eingestellt

Athen – Ein Gericht in Griechenland hat Justizkreisen zufolge die Anklage gegen den Chef der nationalen Statistikbehörde wegen des Vorwurfs einer Manipulation zur Aufblähung der Defizitzahlen fallen gelassen. Damit würden die Ermittlungen gegen den ehemaligen IWF-Manager Andreas Georgiou eingestellt, sagte ein Gerichtsvertreter am Sonntag.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Wirtschaftswissenschafter vorgeworfen, das griechische Staatsdefizit für 2009 übermäßig hoch dargestellt zu haben. Georgiou war 2010 zum Präsidenten des Statistikamts Elstat ernannt worden. Er sollte die Glaubwürdigkeit der griechischen Statistiken ein paar Monate nach Ausbruch der Schuldenkrise wiederherstellen.

Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte Georgiou beschuldigt, die Daten damals verfälscht zu haben. Der Vorwurf lautete: Georgiou habe als Teil einer von Deutschland angeführten Verschwörung mit dem Ziel gehandelt, strenge Sparmaßnahmen durchzusetzen. 2013 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Georgiou wegen angeblicher Manipulation erhoben. Georgiou war von 2004 bis 2010 stellvertretender Leiter der Statistikabteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. (Reuters, 20.7.2015)

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