Verhaftete chinesische Menschenrechtsanwälte angeblich geständig

19. Juli 2015, 10:40
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Fast 200 chinesische Anwälte und Bürgerrechtler wurden verhaftet

Peking – Nach der Festnahme von fast 200 chinesischen Anwälten und Bürgerrechtlern sind mehrere Beschuldigte staatlichen Angaben zufolge geständig. Viele Verdächtige hätten etwa zugegeben, dass die Kanzlei Fengrui Fälle aufgebauscht und politisiert habe, um internationale Aufmerksamkeit zu erlangen, berichtete das Parteiorgan der regierenden Kommunistischen Partei, die "People's Daily", am Sonntag.

Vor Gerichtsgebäuden habe die Kanzlei Proteste organisiert, um positive Urteile für ihre Mandanten zu erwirken. Ein solches Vorgehen sei nahezu erpresserisch, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Noch 31 Menschen in Gewahrsam

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International vom Donnerstag befinden sich noch 31 der in den vergangenen Wochen festgenommenen Anwälte und Aktivisten in Gewahrsam. Mit im Zentrum des harten Vorgehens der Behörden steht die Pekinger Kanzlei Fengrui, die unter anderem die nach mehr als sechs Monaten in Gewahrsam freigelassene Mitarbeiterin der Zeitung "Die Zeit", Zhang Miao, vertreten hat.

Laut "People's Daily" erhielt die Polizei kürzlich den Auftrag, eine "kriminelle Gruppe" von Anwälten zu zerschlagen, denen vorgeworfen werde, Fengrui als Plattform zur Aufruhr der Öffentlichkeit zu nutzen. Einer der Geständigen sei Fengrui-Direktor Zhou Shifeng. (APA/Reuters, 19.7.2015)

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