Khamenei: Abkommen ändert nichts an Politik gegen "arrogante" USA

18. Juli 2015, 09:30
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Geistliches Oberhaupt der Iraner äußert sich zu Atom-Einigung

Teheran – Das geistliche Oberhaupt der Iraner, Ayatollah Ali Khamenei, will offenbar trotz der Einigung im Atomstreit an seinem feindlichen Kurs gegen die USA festhalten. Das Abkommen werde an der Politik gegenüber den "arroganten" Vereinigten Staaten "nichts ändern", sagte Khamenei am Samstag in einer Rede zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Der Iran werde in der Nahost-Politik weiterhin im Konflikt mit den USA stehen und auch in Fragen der Weltpolitik nicht mit der Regierung in Washington verhandeln. Die Gespräche über das Atomprogramm seien eine Ausnahme gewesen. Die Iraner würden dagegen weiterhin ihre "Freunde in der Region" unterstützen. Konkret nannte Khamenei die syrische und die irakische Regierung sowie die "unterdrückten Völker" im Jemen, in Bahrain und in den Palästinensergebieten.

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hatten am Dienstag ihre jahrelangen Verhandlungen über ein Atomabkommen mit Teheran abgeschlossen. Die iranische Regierung verpflichtet sich darin zu tiefgreifenden Einschnitten bei der Urananreicherung und akzeptiert umfassende internationale Kontrollen. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden, nur das Waffenembargo bleibt vorerst bestehen. Bei Verstößen sollen die Strafmaßnahmen allerdings sofort wieder verhängt werden.

Zweifel an Vertrauenswürdigkeit der USA

Khamenei, der in der iranischen Politik das letzte Wort hat, hatte sich lange skeptisch zu den Atomgesprächen geäußert. Er stellte sich zwar stets hinter das Verhandlungsteam, legte zugleich aber immer wieder neue "rote Linien" fest und äußerte sich bis zuletzt misstrauisch, dass sich die USA an die Vereinbarung halten.

Das iranische Verhandlungsteam habe sich "große Mühe gegeben und hart gearbeitet", sagte Khamenei auch diesmal in seiner Rede. Sie hätten "ihren Teil getan und sollten ihre Belohnung bekommen" – egal ob das fertige Abkommen nun "genehmigt wird oder nicht". (APA, 18.7.2015)

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