Ein Gewitter als Nachdenkpause für Österreich

17. Juli 2015, 20:14
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Andreas Haider-Maurer hatte im zweiten Einzel den Sieg auf dem Schläger, konnte aber in drei Sätzen gegen Robin Haase nicht ausservieren. Stand nach Spielabbruch wegen Gewitter: 6:3, 6:4, 5:7

Kitzbühel/Wien – Andreas Haider-Maurer hat die Kohlen für Österreichs Davis-Cup Team noch nicht aus dem Feuer geholt. Und das Feuer lodert weiter heftig. Nach der unerwarteten Auftaktniederlage von Österreichs Nummer eins Dominic Thiem, muss Haider-Maurer den Sieg im zweiten Single gegen die Niederlande einfahren. Ansonsten kann Österreich die Koffer quasi schon einpacken. Ein 0:2-Rückstand wäre mit Vorausschau auf einen Weltklasse-Doppelgegner wohl nur mehr schwer aufzuholen.

Teil eins war Freitag, die Fortsetzung folgt am Samstag (12.00 Uhr) weil das zweite Einzel gegen Robin Haase wegen einem heftigen Unwetter über den Kitzbüheler Alpen abgebrochen wurde. Da die Wettervorhersagen schlecht waren, entschied der internationale Verband (ITF) trotz vorhandenen Flutlichts, die Fortsetzung zu vertagen.

Haider-Maurer servierte sich über zwei Stunden lang die Seele aus dem Leib, ein hartes Brett nach dem anderen regnete auf Haase nieder. Der Niederländer wirkte in seinem Schaffen immer wieder beschränkt, konnte den Niederösterreicher nur selten in Bedrängnis bringen.

Fehlende Gnadenlosigkeit

Haider-Maurer steuerte klar auf einen Dreisatzsieg zu, untermauerte das mit zehn Assen, war nur zweimal im Eck. Beim Stand von 2:1 im dritten Satz musste er dem Niederländer zwei Breackchancen zugestehen, wehrte aber beide Punkte souverän ab. Echtes Fracksausen überkam ihn als es um das Schlagobers auf dem Kuchen ging. Bei 5:4 im dritten Satz hatte der ORF die Siegerinterview-Kameras quasi schon auf dem Platz. Allein: Haider-Maurer brachte es nicht zu Wege, auszuservieren. Zwei Punkte fehlten noch zum Matchgewinn.

Und dann die dunklen Gewitter-Wolken. Nomen est omen. Natürlich. Haase breakte Haider-Maurer, holte sich postwendend den dritten Satz mit einem Doppelbreak. Die Höchststrafe.

Haider-Maurer wirkte quirlig, bewegte sich über lange Strecken sehr gut über die Kitzbühler Asche. Es gab einige sehenswerte Rallyes zu beobachten, Haase fluchte regelmäßig über den Zustand und die Unebenheiten des Platzes, beschwerte sich beim Schiedsrichter ob einiger Zwischenrufe aus dem Publikum. Und ist noch immer nicht geschlagen in die Kabine verschwunden.

Beim Stand von 6:3, 6:4, 5:7 und Einstand im ersten Game des vierten Satzes erfolgte der Spielabbruch. Es schüttete kräftig in Kitzbühel. Nachdenkpause. (Florian Vetter, 17.7.2015)

Davis Cup– Europa-Afrika-Zone I (2. Runde):

Österreich – Niederlande Zwischenstand 0:1

Dominic Thiem – Thiemo de Bakker 3:6,6:4,7:6(5),3:6,4:6

Andreas Haider-Maurer – Robin Haase 6:3,6:4,5:7,0:0, Einstand, Aufschlag Haase *

* = Spiel wegen eines Gewitters abgebrochen

Neues Samstag-Programm (ab 12.00 Uhr/live ORF Sport +): Fortsetzung Haider-Maurer – Haase

14.30 Uhr: Oliver Marach/Jürgen Melzer – Jean-Julien Rojer/Jesse Huta Galong

  • Ein Spiel fertig spielen, einen Gegner erledigen, Gnadenlosigkeit walten lassen. Das ist Andreas Haider-Maurer Österreich schuldig geblieben.
    foto: apa/schlager

    Ein Spiel fertig spielen, einen Gegner erledigen, Gnadenlosigkeit walten lassen. Das ist Andreas Haider-Maurer Österreich schuldig geblieben.

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