Thiem verliert Hitzeschlacht zum Auftakt

17. Juli 2015, 17:08
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Österreich muss im Davis Cup einen Rückstand aufholen: Dominic Thiem wird seiner Favoritenrolle nicht gerecht und verliert gegen Thiemo de Bakker – "Ich war ein bisschen zu unkonstant heute"

Kitzbühel – Österreich liegt im Davis-Cup-Länderkampf gegen die Niederlande überraschend mit 0:1 im Hintertreffen. Der favorisierte Dominic Thiem war gegen den in der Weltrangliste 106 Plätze hinter ihm liegenden Thiemo de Bakker bei brütender Hitze schon mit 2:1 Sätzen voran, musste sich aber nach 3:55 Stunden vor 3.000 Zuschauern mit 3:6,6:4,7:6(5),3:6,4:6 beugen.

"Die Stimmung war unfassbar, deswegen ist es extrem schwer für mich, dass ich verloren habe", war Thiem enttäuscht. "Ich hätte wirklich sehr, sehr gerne gewonnen, aber zum Glück ist der Davis Cup jetzt nicht vorbei", hoffte er auf Andreas Haider-Maurer, der im Anschluss auf Robin Haase traf.

Thiem startete nervös in seine Heim-Premiere in diesem Traditionsbewerb, spielte auch zu wenig aggressiv und musste nach rund 30 Minuten ein 0:1 in Sätzen zur Kenntnis nehmen. Er ließ dabei aber u.a. vier Rebreak-Bälle zum 4:5 aus.

Die Dramaturgie

Im zweiten Durchgang vergab der Lichtenwörther eine 4:1-Führung, dann gelang ihm mit einem Break zum 6:4 aber doch der Satzausgleich. Zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung im halb vollen Stadion schon großartig. Auch der dritte Satz hätte klarer für Thiem ausgehen müssen: 5:2 und 0:40 bei Aufschlag De Bakker, doch keiner der drei Satzbälle ging an Thiem. Sein Gegner rettete sich ins Tiebreak und führte in diesem schon 3:0, doch Österreichs Weltranglisten-28. holte die 2:1-Satzführung.

"Man muss sagen, er ist immer sehr gut dabei geblieben, vor allem nach dem extrem engen dritten Satz", analysierte Thiem, der u.a. mit seinem Aufschlag nicht so zufrieden war. "Es war auch von hinten alles ein bisschen langsam und nicht so aggressiv wie sonst."

Der Jammer

Auffällig war auch die schlechte Ausbeute bei der Verwertung von Breakbällen. Nur fünf von 31 konnte Thiem nützen. "Das Problem habe ich eigentlich schon immer. Wie viele Matches es dieses Jahr schon gegeben hat, wo ich eine miserable Breakball-Verwertung gehabt habe. Da muss ich mir etwas einfallen lassen, dass das besser wird."

Im vierten Satz ging es bis zum 4:3 für De Bakker mit dem Aufschlag, ehe Thiem seinen zum 3:5 abgeben musste. Der 26-jährige Niederländer zwang Thiem in den fünften Satz. Gleich zum Auftakt musste Österreichs Nummer eins den Aufschlag abgeben, hatte aber gleich darauf drei Breakchancen zum 1:1, die er nicht nützte.

Thiem lief dem Rückstand bis zum Ende nach. Obwohl Thiem noch zwei Chancen zum 5:5 vorfand und er auch vier Matchbälle abwehrte, die fünfte Chance nützte De Bakker. "Er ist ein ziemlicher 'hopp oder drop'-Spieler. Ich war ein bisschen zu unkonstant heute, um das letztendlich in vier Sätzen fertig zu spielen", stellte Thiem fest.

Österreichs Davis-Cup-Team, das sich mit einem Sieg über die Niederlande wieder die Chance zum Wiederaufstieg in die Weltgruppe im September erspielen will, stand nun schon fast mit dem Rücken zur Wand. Haider-Maurer hatte die schwere Bürde zu tragen, für das ÖTV-Team in diesem Zweitrunden-Spiel der Euro-Afrika-Zone I gegen Haase zum 1:1 fast schon ausgleichen zu müssen. Denn das Doppel der Niederländer am Samstag wird höher eingeschätzt als jenes der Österreicher. (APA, 17.7.2015)

Davis Cup Euro-Afrika-Zone I (2. Runde)

Österreich – Niederlande 0:1

Dominic Thiem – Thiemo de Bakker 3:6, 6:4, 7:6 (5), 3:6, 4:6

folgt: Andreas Haider-Maurer – Robin Haase

  • Schweiß, Blut und Tränen in Kitzbühel.
    foto: apa/schlager

    Schweiß, Blut und Tränen in Kitzbühel.

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