Krawalle bei Charleroi gegen Beitar Jerusalem

17. Juli 2015, 16:27
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Ausschreitungen bei der Europa-League-Quali in Belgien. Club-Besitzer Tabib zieht die Reißleine.

Die Europa-League-Partie zwischen Charleroi und Beitar Jerusalem wird für den israelischen Traditionsclub ein unliebsames Nachspiel haben. Bei der 1:5-Niederlage am Donnerstagabend in Belgien sorgten Gäste-Fans für schwere Ausschreitungen. Club-Besitzer Eli Tabib kündigte daraufhin sogar an, Beitar umgehend verkaufen zu wollen.

Israelische Hooligans warfen bereits zum Start des Hinspiels der Zweitrunden-Qualifikation Feuerwerkskörper auf das Spielfeld, die Partie musste unterbrochen werden. Gegen Ende des Spiels wurde Charleroi-Torhüter Nicolas Penneteau von einem Wurfgeschoss getroffen, was eine weitere Unterbrechung nach sich zog. Vonseiten der UEFA droht Beitar eine empfindliche Strafe.

Rücktritt

"Ich bin beschämt. Ich habe entschieden, mein Engagement im israelischen Fußball zu beenden und wieder in die USA zurückzukehren", sagte Tabib in einem Statement am Tag nach dem Spiel. Er werde bei Beitar einen Vertrauten einsetzen, "bis jemand gewillt ist, den Club zu kaufen".

Beitar gilt als Bastion des politisch rechten Flügels in Israel. Der 1936 gegründete Verein ist der einzige israelische Topclub, der – aufgrund des Drucks der Fans – noch nie einen arabisch-stämmigen Kicker unter Vertrag hatte. Im israelischen Oberhaus wurde Beitar bereits mehrfach wegen Ausschreitungen seiner Fans abgestraft.

Nach den Ausschreitungen am Donnerstag sprach Trainer Slobodan Drapic von Provokationen der belgischen Anhänger. Israelische Medien berichteten, dass Charleroi-Fans während der Unterbrechungen den Hitler-Gruß gezeigt hätten. Dennoch blieb unklar, wie und warum die israelischen Gäste Rauchbomben und bengalische Fackeln ins Stadion geschmuggelt hatten.

Israels Sportministerin Miri Regev verurteilte die Aktionen einer "kleinen Gruppe von Verbrechern". Sie kündigte für das Rückspiel in Jerusalem am kommenden Donnerstag noch schärfere Sicherheitsmaßnahmen an. Regev stellte diesbezüglich auch eine Stadionsperre für Beitar-Fans in den Raum. (APA, 17.7.2015)

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