Nestroyspiele Schwechat: Alle wollen zum Theater

17. Juli 2015, 15:43
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In der Backstage-Posse "Theaterg'schichten" treibt Regisseur Peter Gruber die Selbstironie der Theaterzunft bis zum Exzess

In der Apotheke zum Heiligen Nepomuk hängt der Haussegen schief, weil der Schwiegersohn in spe weniger der Pharmazie als der Muse der Thalia zugewandt ist. Er will Schauspieler werden – heute wie auch zu Nestroys Zeiten eine riskante Berufswahl.

In der Backstage-Posse Theaterg'schichten treibt Regisseur Peter Gruber die auf viel beklagenswerter Realität gründende Selbstironie der Theaterzunft bis zum Exzess: Kostümhorror (Wespenkleid), Amtsvorschriften (Belüftung, sogar Open Air), Starmimentum (Klaus Maria Spornhofer).

Im Vorjahr erhielt der Impresario der Nestroyspiele Schwechat für seine verdienstvolle Dramenpflege einen Nestroypreis, heuer hat sein mit Laien aufgemischtes Ensemble tief in die Klamottenkiste gegriffen und – vor allem im zweiten Teil – mehr auf ein närrisch-plattes Treiben hingearbeitet.

Die "Sappho"-Szene unter dem professionell verregneten Schnürboden möchte man aber nur ungern missen. (afze, 17.7.2015)

Nestroyspiele Schwechat, Di, Mi, Fr, Sa, jeweils 20.30 Bis 1.8.

  • Peter Gruber (auch Regie) als Leiter der Psychiatrie.
    foto: herbert neubauer

    Peter Gruber (auch Regie) als Leiter der Psychiatrie.


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