EU-Arbeitsgruppe empfiehlt psychologische Tests für Piloten

17. Juli 2015, 14:31
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Aus der Germanwings-Flugzeugkatastrophe sollen Lehren gezogen werden

Düsseldorf/Seyne-les-Alpes/Brüssel – Als Reaktion auf den Germanwings-Absturz in den französischen Alpen empfiehlt eine EU-Arbeitsgruppe psychologische Untersuchungen für alle Piloten. Jeder Pilot solle während seiner Ausbildung oder vor Dienstantritt psychologischen Tests unterzogen werden, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Arbeitsgruppe unter Führung der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA.

"Derzeit gibt es angehende Berufspiloten, die für ihre Ausbildung niemals eine psychologische Bewertung absolvieren", heißt es in dem Papier, das die EU-Kommission veröffentlichte. Unter Leitung der EASA hatten Vertreter von Fluggesellschaften, Arbeitnehmern und Behörden sowie medizinische Experten zwei Monate lang bestehende europäische Regelungen unter die Lupe genommen.

Arztbesuche in Datenbank speichern

Das Papier soll als Arbeitsgrundlage für spätere Empfehlungen an die Flugbranche und für mögliche Gesetzesänderungen dienen. Verbessert werden solle demnach auch die psychologische Betreuung von Piloten. Zudem werden stichprobenartige Drogen- und Alkoholtests empfohlen. Zusätzlich sollten Details zu Arztbesuchen in einer europaweiten Datenbank gespeichert werden, erklärte die Expertengruppe.

Die bereits nach dem Absturz des Germanwings-Airbus ausgesprochene Empfehlung, dass ein Pilot sich nie alleine im Cockpit aufhalten soll, solle beibehalten werden, heißt es in dem Bericht weiter. Diese Maßnahme wird von europäischen Fluggesellschaft bereits weitestgehend umgesetzt.

150 Tote

Ein Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings war am 24. März auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben, unter ihnen 72 Deutsche. Den Ermittlungen zufolge ließ Copilot Andreas L. den Airbus absichtlich abstürzen, um sich das Leben zu nehmen. Den Flugkapitän hatte er zuvor aus dem Cockpit ausgesperrt. Der 27-Jährige hatte in der Vergangenheit schwere psychische Probleme. (APA, AFP, 17.7.2015)

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