"Schlechteste Qualität": Neil Young verabschiedet sich vom Streaming

17. Juli 2015, 12:51
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Verlässt Spotify und Co. und beklagt auch Einnahmenrückgang – viele Fans zeigen sich enttäuscht

Der bekannte Musiker Neil Young will seine Musik nicht mehr auf Streaming-Basis bereit stellen. Wie der "Godfather of Grunge" kürzlich auf Facebook ankündigte, sollen seine Werke von Spotify und Co. entfernt werden.

"Schlechteste Qualität seit Erfindung des Rundfunks"

"Streaming ist vorbei für mich", erklärte der in den 1970ern bekannt gewordene Kanadier in einem von einer zerfließenden Schallplatte gezierten Kommentar. Auch wenn seine Einnahmen durch "schlechte Deals" ohne seiner Zustimmung "dramatisch reduziert" worden wären, gehe es ihm nicht ums Geld.

Viel mehr sei er der Meinung, dass seine Musik durch die "schlechteste Qualität in der Geschichte des Rundfunks" nicht "entwertet" werden dürfe. Sollte sich die Qualität verbessern, sei er aber bereit, es sich noch einmal zu überlegen.

Streaming has ended for me. I hope this is ok for my fans.It's not because of the money, although my share (like all...

Posted by Neil Young on Wednesday, July 15, 2015

Viele Fans enttäuscht

Rund 11.000 "Likes" hat der Eintrag bislang erhalten, jedoch finden sich darunter eine Reihe kritischer Kommentare. So erklären etwa einige Leute, dass sie Streaming-Angebote aufgrund ihres einfachen Zugangs unterwegs nutzen. Andere weisen darauf hin, dass Spotify beispielsweise Streaming mit einer Bitrate von 320 kbps anbiete, was CD-Qualität entspreche.

Dazu werde die Bedeutung der Wiedergabequalität überschätzt, da immerhin viele Leute auch normales Radio hören würden. Ein solcher Schritt, so die Kritik, erschwere es jüngeren Generationen, Zugang zur Musik von Young zu finden. Einige Kommentatoren erklären, dass Streaming für sie ein praktisches Zusatzangebot sei und sie Musik trotzdem auch auf CD oder Vinyl erwerben würden.

Pono

Erwähnt werden sollte, dass Neil Young mit "Pono" an der Entwicklung eines MP3-Players beteiligt war. Das eigenwillig geformte Gerät, zu dem es auch einen gleichnamigen digitalen Musikvertrieb gibt, ist im Januar auf den Markt gekommen und unterstützt auch das FLAC-, WAV- und DSD-Format. (gpi, 17.07.2015)

  • Neil Young bei einem Konzert zu Ehren von Bob Dylan in Los Angeles.
    foto: reuters

    Neil Young bei einem Konzert zu Ehren von Bob Dylan in Los Angeles.

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