"Provokateure": Ein Hauch von Sprengstoff

22. Juli 2015, 10:50
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Martin Walkers Krimi ist die ideale Urlaubslektüre

Im fiktiven Städtchen Saint-Denis des Périgord ist Bruno immer noch Chef de police und mittlerweile bei seinem siebenten Fall angelangt. Martin Walkers Krimi ist die ideale Urlaubslektüre, vorausgesetzt, man mag es gern harmlos und kulinarisch.

Walker bemüht sich, rezente Probleme einzuarbeiten. In einem der Handlungsstränge geht es um einen traumatisierten Jugendlichen aus Algerien. Er wurde in Frankreich von Jihadisten angeheuert, nach Afghanistan geschafft und dort vermutlich zum Bombenbauen gezwungen. Nachdem der junge Mann nach Frankreich zurückkehren konnte, jagen ihn die Fanatiker, weil er zu viel weiß. Bruno bekommt Unterstützung von einer amerikanischen Agentin, in die er sich erwartungsgemäß verliebt.

Das alles kann sich nicht zu einem ernsthaften Krimi auswachsen, denn im Prinzip ist hier die Welt in Ordnung, solange es reichlich Tafelfreuden gibt und man über Weine parlieren kann. Die Donna Leon des Périgord produziert nette Unterhaltung mit einem Hauch Kordit, aber nicht mehr. (Ingeborg Sperl, Album, 22.7.2015)

Martin Walker, "Provokateure." Deutsch: Michael Windgassen. € 20,99 / 427 Seiten. Diogenes, Zürich 2015

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