Verkauf des Media Quarter Marx wurde abgeblasen

17. Juli 2015, 12:11
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Verhandlungen mit Interessenten verliefen ergebnislos

Wien – Die Wiener Wirtschaftsagentur hat den Verkauf des Media Quarter Marx 3 im Stadtentwicklungsgebiet Neu Marx gestoppt. Es habe zwar Gespräche gegeben, diese seien jedoch ergebnislos verlaufen, erklärte Agentur-Geschäftsführer Gerhard Hirczi am Freitag im Gespräch mit der APA. Zuletzt sei mit einem deutschen Immobilienfonds verhandelt worden, der den gewünschten Preis jedoch nicht gezahlt habe.

Nun bleibt das MQM 3 im Besitz der Wirtschaftsagentur sowie einem privaten Mehrheitseigentümer, der VBM. Laut Hirczi dürfte auch die Debatte um den ehemaligen, inzwischen verstorbenen kasachischen Botschafter in Österreich, Rachat Alijew, den Verkaufsplänen geschadet haben. Denn über eine Holding hatte sich auch die Frau Aliyevs an der VBM beteiligt.

Keine Details zu Kaufpreis

"Der Verkaufsprozess wurde Ende Juni, Anfang Juli gestoppt. Wir haben uns entschieden, das Media Quarter 3 nicht zu verkaufen, sondern weiter zu entwickeln", berichtete Hirczi im APA-Gespräch. Gestartet wurde das Vorhaben Mitte 2014 – mit dem klaren Ziel, die Immobilie zu veräußern. Jener Fonds, mit dem zuletzt verhandelt worden sei, wäre eine gute Lösung gewesen, jedenfalls inhaltlich, hieß es.

"Wir hätten jedoch nicht den Preis erzielt, den wir uns vorgenommen haben", gestand Hirczi ein. Die Differenz habe ein paar Millionen Euro betragen. Nähere Details nannte er dazu nicht. Denn: "Wir wollen uns das Verkaufsszenario offen halten." In zwei oder drei Jahren könnte ein erneuter Versuch gestartet werden. Darum sei es nicht sinnvoll, den Wunschpreis öffentlich zu nennen.

Laut Wirtschaftsagentur habe es Gespräche mit einer "Handvoll" Interessenten gegeben. Es sei aber keineswegs nötig, das Media Quarter unbedingt zu verwerten, wurde beteuert. Namhafte Betriebe hätten sich dort angesiedelt. Der Vermietungsgrad betrage rund 90 Prozent – auch ein Neuzugang stehe bevor: Die städtische Gründerplattform INiTS wird ins MQM 3 einziehen und dort den boomenden Start-up-Sektor weiterentwickeln.

Privater Partner einverstanden

Auch der private Partner, der 60 Prozent an der Projektgesellschaft hält, sei mit dem Stopp der Verkaufspläne einverstanden, wurde versichert. Die Zusammenarbeit mit diesem laufe ohne Probleme. Insgesamt wurden bisher rund 64 Mio. Euro in das MQM 3 investiert.

Dass die Kosten nicht zur Gänze den Mietern weiterverrechnet wurden, war einer der Punkte, den der Rechnungshof in einer umfangreichen Prüfung kürzlich bemängelt hat. Auch Bilanzverluste und die Konstruktion des Private-Public-Partnership-Modells sorgten für Kritik. Die Verbindung zum Ex-Botschafter Alijew fand hingegen kaum Erwähnung. (APA, 17.7.2015)

  • Für das MQM 3 fand sich kein Käufer.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Für das MQM 3 fand sich kein Käufer.

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