Tschechien will Flüchtlinge in Jordanien und Kurdistan auswählen

17. Juli 2015, 11:50
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400 Personen sollen aus Krisenregionen nach Tschechien kommen

Prag/Wien – Tschechien will Ende August mit seiner Auswahl von Flüchtlingen aus Asylzentren in Jordanien und Kurdistan beginnen. "Wir wollen Flüchtlinge nur aus solchen Ländern übernehmen, in denen wir unsere eigenen Leute einsetzen können, damit nicht jemand ohne Sinn und Verstand Migranten für uns auswählt", zitierte die Nachrichtenagentur CTK am Freitag einen hochrangigen Beamten.

Auswählen will Tschechien direkt an Ort und Stelle – in den Flüchtlingslagern im Nahen Osten. Sobald die EU dem Projekt zugestimmt hat, wird die Regierung damit beginnen, erklärte Innenminister Milan Chovanec. Die katholische Kirche habe ihre Hilfe bei der Auswahl sowie der Unterbringung der Asylwerber angeboten, so Chovanec.

400 Flüchtlinge aus der Krisenregion

Die tschechische Regierung hatte kürzlich die Bereitschaft bekundet, bis 2017 etwa 1.500 Flüchtlinge aufzunehmen. 1.100 Flüchtlinge sollen von Italien und Griechenland übernommen werden. Weitere 400 Flüchtlinge sollen direkt aus der Krisenregion (Jordanien, Syrien und Kurdistan) nach Tschechien kommen.

Ein Großteil der Flüchtlinge, die in Tschechien landen, kommt über Griechenland, Ungarn und Österreich – und will eigentlich nach Deutschland. Chovanec kritisierte gegenüber der CTK, dass die Rückführungen nach Österreich zuletzt länger dauerten: "Normalerweise haben die Österreicher die Migranten von den Tschechen binnen ein oder zwei Tagen übernommen, aber jetzt dauert das bis zu einer Woche." Die Flüchtlingszentren in Tschechien seien "bald voll". (APA, 17.7.2015)

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