"Marshall London": Das Designer-Handy für Musik-Enthusiasten

17. Juli 2015, 17:39
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Mittelklasse-Hardware trifft Sonderfunktionen für Audiophile und Premium-Preis

Beim Firmennamen Marshall dürften Kenner an Musikinstrumente und -zubehör denken. Besonders bekannt ist der Hersteller für seine Gitarrenverstärker. Mit Smartphones hatte das britische Unternehmen bislang wenig am Hut – doch das ändert sich nun.

Unter dem Namen "Marshall London" will man ab Mitte August aber auch in diesem Segment mitmischen. Der Erstling, der zuerst in Großbritannien, Skandinavien und dem Baltikum auf den Markt kommt, soll sich mit edlem Design sowie Sonderausstattung für Musikenthusiasten abheben.

foto: marshall

"Lautestes Mobiltelefon der Welt"

In der Tat sticht das Gerät mit distinktivem Design aus der Masse hervor, orientiert es sich doch an den optischen Merkmalen anderer Marshall-Produkte. Die zwei Lautsprecher auf der Vorderseite des Gerätes sollen es zum "vielleicht lautesten Mobiltelefon der Welt" machen, verspricht die Produktseite.

Anstelle einer klassischen Lautstärkewippe kommt beim "London" ein Drehregler zum Einsatz, der eine besonders präzise Regelung erlauben soll. Auf der Oberseite des Handys prangt ein "M"-Button, der mit einem Tastendruck die Steuerung laufender Musik erlauben soll, ohne dafür eine andere App verlassen zu müssen. Über die genaue Funktionsweise schweigt man sich allerdings aus.

foto: marshall

Zwei Audioklinken

Ebenfalls ein Smartphone-Novum ist die Integration von gleich zwei 3,5mm-Audioklinken. Einerseits kann man so etwa einen Freund per Kopfhörer am eigenen Musikgenuss teilhaben lassen, andererseits soll es möglich sein, beide Ausgänge mit unterschiedlichen Audioinhalten zu bedienen.

Dies soll das Smartphone etwa für Djs interessant machen, weswegen eine entsprechende App bereits für Ende 2015 angekündigt wurde. Zur vorinstallierten Softwareausstattung gehört ein umfangreicher Equalizer, mit dem sich verschiedene Profile anlegen lassen.

Für gute Audioqualität soll ein eigener Soundchip bürgen. Hergestellt wird dieser, Modell WM8281, von Wolfson, fasst Ars Technica zusammen. Marshall ist bei dem Smartphone übrigens nur Markeninhaber, die Umsetzung des Geräts übernimmt ein externes Unternehmen.

foto: marshall

Mittelklasse

Die restliche Hardware lässt ich unter "Mittelklasse" einordnen. Das Marshall-Phone nutzt einen Quadcore-Prozessor (1,2 GHz) des Typs Snapdragon-410 und bietet zwei GB RAM. Der Onboardspeicher ist mit 16 GB angegeben und kann per microSD-Karte erweitert werden. Das 4,7-Zoll-Display bietet eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixel, die rückseitige Kamera nimmt Bilder in acht Megapixel auf. Die Kapazität des austauschbaren Akkus liegt bei 2.500 mAh. Vorinstalliert ist Android 5.0.2 "Lollipop". LTE wird unterstützt.

Damit liegt das Gerät hier in etwa im Leistungsbereich des aktuellen Moto G, das lediglich weniger RAM (ein GB) mitbringt. Für Multimedia und die meisten Apps ist dies mehr als genug, bei grafikintensiven Anwendungen dürfte das Gerät aber ins Stottern kommen.

foto: marshall

Preisfrage

Während das Moto G ab etwa 180 Euro zu haben ist, verlangt Marshall für das "London" umgerechnet stolze 535 Euro, legt aber immerhin In-Ear-Kopfhörer der eigenen "Mode"-Reihe bei. Wer also kein spezielles Interesse an den Audio-Sonderfeatures des Handys hat, findet definitiv günstigere Alternativen, ohne eine Enttäuschung zu riskieren. (gpi, 17.07.2015)

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