Wort der Woche: Kickback

18. Juli 2015, 09:00
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Die dritte Partei ist stets dabei: der Kickback als spezielle Korruptionsform

Korruption hat viele Gesichter, daher gibt es viele Wörter, sie zu benennen. Zuletzt war in den Medien einiges vom Kickback zu lesen. Von der einfachen Bestechung, bei der wir es lediglich mit einem Schmierenden und einem Geschmierten zu tun haben, unterschiedet sich der Kickback durch das Mitwirken einer dritten Partei (manchmal einer politischen).

Eine klassische Kickback-Konstellation ist die, dass ein Privater von seinen Parteifreunden bei einer Gebietskörperschaft Steuergelder für eine mehr oder minder (meistens minder) große Leistung kassiert und einen Teil davon an die Partei zurückfließen lässt. Bakschisch, wem Bakschisch gebührt!

Im Englischen, das uns den Kickback als eine Alternative zur "verdeckten Provision" zur Verfügung gestellt hat, hat dieser außer der illegalen finanziellen noch andere Bedeutungen: die (rechtlich unproblematische) Rückvergütung; den Rückstoß (bei einem Motor oder einem Werkstück, das in eine Maschine bugsiert wird) oder die unerwartete Nebenwirkung ("He couldn't take the medicine because of a marked kickback", Webster's International Dictionary). Kickback ist auch Synonym für Kickboard, die Begrenzungswand zwischen Bowlingbahnen, die verhindert, dass Kegeln und Kugeln auf die Nachbarbahn ausbüxen.

Obacht: Den "Fallrückzieher", der hier nur ob seiner schönen optischen Qualitäten zur Illustration verwendet wurde, bitte nicht mit Kickback zu übersetzen: Der heißt auf Englisch Scissor Kick oder Bicycle Kick. (win, 18.7.2015)

  • Artikelbild
    foto: reuters/paulo whitaker
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