Rußschleuder Schiffsverkehr

Kolumne21. Juli 2015, 15:29
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Es herrscht ein grobes Missverhältnis zwischen den Umweltauflagen auf dem Automobilsektor und in der Schifffahrt

Auch wenn Österreich vom Schiffsverkehr auf den Weltmeeren nicht unmittelbar betroffen ist, ein brennendes Umweltthema ist es auf jeden Fall. Deshalb hat ein internationales Konsortium unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums München (HICE) die Wirkung von Schiffsdieselabgasen auf menschliche Lungenzellen untersucht.

Dafür wurde auch ein eigener Prüfmotor entwickelt. Was sich viele schon dachten, ist jetzt amtlich: Die Verbrennung von Schweröl verursacht nicht nur höhere Partikelmengen und -massen, die Inhaltsstoffe (Schwermetalle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sind auch toxischer als jene von hochwertigen Dieselkraftstoffen.

Keine Lösung

Dabei erscheint eine Umstellung von Schweröl auf Diesel zwar sinnvoll, ist aber allein noch nicht die Lösung, zumal der Betrieb mit Schweröl in umweltsensiblen Regionen (in Europa etwa Ostsee, Nordsee und der Ärmelkanal) ohnehin schon eingeschränkt ist.

In jedem Fall herrscht aber ein grobes Missverhältnis zwischen den Umweltauflagen auf dem Automobilsektor und in der Schifffahrt. Deshalb wird es schon mittelfristig auch dort zum Einsatz von schwefelarmem Diesel, alternativen Kraftstoffen (Erdgas flüssig oder gasförmig, Methan) und Filtersystemen gegen Rußpartikel und Stickoxide kommen müssen.

Relativ einfache Fortschritte

Während im Automobilbereich mit höchstem Aufwand und enormen Kosten vergleichsweise kleine Verbesserungen erzielt werden, lassen sich bei Schiffen noch relativ einfach und rasch Fortschritte erzielen. Bleibt höchstens noch die Frage, wer soll dann das viele Schweröl verbrennen? (Rudolf Skarics, 17.7.2015)

  • Bei Schiffen würden sich relativ einfach und rasch Fortschritte erzielen lassen.
    foto: apa/dpa/daniel bockwoldt

    Bei Schiffen würden sich relativ einfach und rasch Fortschritte erzielen lassen.

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