Aussterben der Bienen wäre für den Menschen fatal

16. Juli 2015, 14:08
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Eine aktuelle Studie errechnet dramatische Ernterückgänge und 1,4 Millionen zusätzliche Todesfälle pro Jahr

Paris – Bienen spielen für die Landwirtschaft eine enorme Rolle – ihr Aussterben hätte daher auch für den Menschen fatale Folgen. Einer aktuellen Studie zufolge würde die Extinktion der fleißigen Bestäuber zu jährlich 1,4 Millionen zusätzlichen Todesfällen führen, weil weniger Obst, Gemüse und Getreide geerntet werden könnten.

Die Folge dieser Ernteausfälle wäre ein Mangel an Vitamin A und an als Folate bezeichneten wasserlöslichen Vitaminen, die insbesondere für schwangere Frauen und Kinder wichtig sind. Auch von einer Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einiger Krebsarten sei in solch einem Szenario auszugehen.

Die Forscher um Samuel Myers von der Harvard T.H. Chan Hochschule für Gesundheitswesen berichten im Fachblatt "The Lancet", dass das Ende der Bienen zu einem Rückgang der weltweiten Früchte-Ernte um rund 23 Prozent führen würde. Die Gemüse-Ernte ginge um 16 Prozent zurück, die von Nüssen und Getreide um 22 Prozent.

Arme Länder besonders betroffen

In ärmeren Ländern wären demnach zusätzlich 71 Millionen Menschen von Vitamin-A-Mangel betroffen. Bei 2,2 Milliarden Menschen, die bereits zu wenig Vitamin A zu sich nehmen, würde sich das Problem verschärfen. Von einem Folate-Mangel wären zusätzlich 173 Millionen Menschen betroffen, bei 1,23 Milliarden Menschen würde sich der Mangel verstärken.

Die Wissenschafter schätzen, dass dies zu 1,42 Millionen zusätzlichen Todesfällen pro Jahr führen könnte. Würde sich die Bienen-Population halbieren, sei mit 700.000 zusätzlichen Todesfällen zu rechnen.

Bienen und andere Insekten spielen bei rund 35 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion eine wichtige Rolle. Das weltweite Bienen-Sterben sorgt auch deswegen schon seit Jahren für Sorge. Die genaue Ursache ist unbekannt, als Gründe gelten unter anderem der Einsatz von Pestiziden und der Verlust des natürlichen Lebensraums der Tiere durch die Landwirtschaft. (APA, 16.7.2015)

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