Kaserne Fehring wird vorübergehend Verteilerzentrum

16. Juli 2015, 12:01
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Nach einem Jahr soll es einen neuen Standort geben

Wien – Nun hat auch die Steiermark ihr Verteilerzentrum für Asylsuchende: es ist die Kaserne Fehring, die allerdings nur vorübergehend für ein Jahr diese Funktion einnehmen soll. Das Innenministerium hat einen entsprechenden Bericht der "Kleinen Zeitung" bestätigt. Bis zum Ablauf der befristeten Nutzung wird ein nachhaltiges Verteilerquartier geschaffen.

Das Bundesheer wird die Hadik-Kaserne räumen, wodurch in den nächsten Wochen bis zu 100 Flüchtlinge in festen Quartieren unterkommen. Nach der vollständigen Räumung in rund zwei Monaten wird Platz für weitere 50 Asylwerber frei. Die militärische Nutzung der Kaserne endet planmäßig Mitte 2016. Im Anschluss wird die Liegenschaft verkauft, wobei der Verwertungsprozess noch in diesem Monat eingeleitet wird.

Die Vereinbarung zwischen Verteidigungs- und Innenministerium ist somit auf ein Jahr befristet. Auch eine Vereinbarung zwischen BMI und Gemeinde Fehring wird abgeschlossen.

Vierte Kaserne zur Flüchtlingsunterbringung

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) betont, dass das gemeinsame Ziel der Regierung sei, die Zeltlager abzubauen und die Bundesbetreuungsstellen in Traiskirchen und Thalham zu entlasten. Die Einigung zu Fehring sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Es handelt sich dabei schon um die vierte Kaserne, die zur Flüchtlingsunterbringung genutzt wird neben den bereits bestehenden Asylwerber-Quartieren in Klosterneuburg und Freistadt sowie der Kaserne Vomp, wo in Zukunft bis zu 150 Asylwerber unterkommen sollen.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zeigte sich erfreut, dass nun alle Standorte für die Verteilerquartiere komplett seien. Mit dem neuen Asylsystem werde in den kommenden Wochen sukzessive das Problem der fairen, quotenmäßigen Verteilung auf alle neun Bundesländer nach über zehn Jahren gelöst: "Thalham und Traiskirchen sind damit nicht mehr die Puffer der gesamten Republik."

Der Unterbringungsengpass in den Bundesländern sei damit aber noch nicht gemeistert. Auch für das neue Asylsystem brauche es selbstverständlich nach wie vor ausreichende Unterbringungskapazitäten in den Bundesländern.

Die erzielte Regelung ist aus Sicht der steirischen Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) eine "tragfähige Lösung". Eine Kaserne biete die besten Voraussetzungen für ein Verteilerzentrum. Nach Meinung des FPÖ Südoststeiermark-Bezirksparteiobmannes Walter Rauch entbehrt das Vorhaben jedoch "jeglicher Logik". Den Ortsteil mit rund 1.500 Einwohnern nun mit einem Asyl-Großquartier zu belasten sei "völlig unverhältnismäßig", kritisierte er. (APA, 16.7.2015)

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