Perus Polizei räuchert illegale Goldgräbersiedlungen aus

Ansichtssache16. Juli 2015, 13:38
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Wegen der steigenden Abbaumenge aus nichtlizenzierten Schürfanlagen ließ der peruanische Staatspräsident rigide Razzien vollziehen

150 Tonnen Gold produziert Peru jedes Jahr offiziell und ist damit sechstgrößter Exporteur des Edelmetalles. Laut Schätzungen dürfte in den vergangenen Jahren allerdings rund ein Zehntel der tatsächlichen Schürfmenge in nichtlizenzierten und daher illegalen Lagerstätten gewonnen worden sein. Also ließ Staatspräsident Ollanta Humala im Vorjahr Razzien in den Amazonas-Urwäldern vollziehen und die provisorischen Siedlungen der Goldgräber dem Erdboden gleichmachen.

Nach der letzten Razzia im Dezember gingen die Behörden davon aus, dass sich der illegale Goldabbau 2014 auf acht Tonnen halbiert hatte, und hofften auf einen nachhaltigen Rückgang. Weitere Maßnahmen waren nicht geplant, zumal viele Polizisten zu Protesten gegen ein Kupferprojekt in einem anderen Landesteil abgezogen wurden.

Lebensmittelläden und Nachtclubs wurden zu Brennstoff

Ohne staatliche Beobachtung setzte der Goldrausch wieder ein, in der Region Madre de Dios etwa stieg die illegale Abbaumenge in den ersten fünf Monaten des Jahres 2015 um 28 Prozent an. Humala ordnete wieder mehrtägige Razzien an, deren erste am Dienstag im Tambopata-Nationalreservat durchgeführt wurde.

Polizisten vertrieben die Schürfer aus ihren Unterkünften, die aus kaum mehr als Zeltplanen bestehen, und brannten sie nieder, genauso wie die von entrindeten Baumstämmen getragenen Konstruktionen, mit denen die Goldschürfer den Flitter aus den umliegenden Gewässern waschen. Auch die spärliche Infrastruktur – etwa Lebensmittelläden und Nachtclubs – wurde zum Brennstoff. Sechs weitere solcher Operationen sind heuer noch geplant.

Sie sollen auch den Regenwald schützen, denn 50.000 Hektar Waldfläche sollen bisher allein in Madre de Dios dem illegalen Goldabbau zum Opfer gefallen sein. Die Betroffenen hingegen fühlen sich um ihren Lebensunterhalt betrogen und sind angesichts der rigiden Vertreibungsmethoden der Regierung entsetzt: "Wir sind Menschen, keine Tiere", sagte eine der Frauen zum Reuters-Reportageteam, von dem die folgenden Bilder stammen. (mcmt, 16.7.2015)

foto: reuters/janine costa
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