Ein Medienriese räumt auf: Styria mit 28 Millionen Euro Minus

15. Juli 2015, 17:51
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Österreichs drittgrößter Medienkonzern hatte 2014 einiges abzuschreiben, und das operative Kerngeschäft lief "träge"

Graz/Wien – Die erste Jahresbilanz neuer Vorstandschefs fällt gern etwas durchwachsener aus: Altlasten und Problemzonen werden da aufgearbeitet und ausgemustert. Nach einem Anfang mit Schrecken geht es leichter bergauf.

Markus Mair kam im Herbst 2013 als Vorstandschef ganz zur Styria. Zuvor führte er die Raiffeisen Landesbank und saß im Aufsichtsrat des Grazer Medienkonzerns. Seither räumt er auf und um. "Strategische Transformation", nennt er den Vorgang.

Gleich im Frühjahr 2014 verabschiedete sich Mair von einem einstigen Hoffnungsgebiet der Styria: Die große, aber verlustreiche Gratistageszeitung Zurnal24 in Slowenien und die Gratiswochenzeitung Zurnal wurden eingestellt; die Website betreiben die Mitarbeiter inzwischen gegen Lizenzgebühr weiter. Laut slowenischen Medien waren 41 Millionen Bilanzverlust aufgelaufen. Gut 53 Mitarbeiter waren betroffen. Solche Einstellungen kosten Geld.

"Wiener" verkauft

Die Transformation reichte bis zur – wieder einmal umgegliederten – Wiener Zeitschriftenholding Styria Multi Media. Der Wiener ist einer Agentur verkauft, das Motorradmagazin könnte einen ähnlichen Weg gehen, heißt es intern.

Die Transformation reichte bis zum Vorstand: Finanz-Mann Malte von Trotha ging gerade. Neben Mair noch im Vorstand, wie schon seit 2008: Klaus Schweighofer.

Unter Mairs erster kompletter Jahresbilanz stehen nun minus 27,7 Millionen Euro Ergebnis vor Steuern. In der Bilanz 2013, nach anderen Regeln erstellt, standen an der Stelle plus 10,6 Millionen.

Belastet haben das Ergebnis laut Konzern Abwertungen von Konzernunternehmen. Zudem 8,2 Millionen Investment in digitale Aktivitäten. Und das operative Kerngeschäft (EGT ohne Sondereffekte: neun Millionen) sei "träge". Ein Konzern-EGT nennt sie nicht. Das Konzernergebnis im ersten Halbjahr 2015 sei positiv.

Der konsolidierte Konzernumsatz sank von 339 auf 327 Millionen Euro. Als Marktumsatz (mit Beteiligungsumsätzen nach Anteilshöhe) gibt die Styria 435 nach 442 Millionen an. (fid, 15.7.2015)

  • Konzernumbau, bildlich: Das neue, inzwischen bezogene Styria-Hauptquartier in Graz, hier noch im Werden begriffen.
    foto: standard / fidler

    Konzernumbau, bildlich: Das neue, inzwischen bezogene Styria-Hauptquartier in Graz, hier noch im Werden begriffen.

  • Styria-CEO Markus Mair.
    foto: apa / punz

    Styria-CEO Markus Mair.

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