James Bond soll BBC-Shows retten

15. Juli 2015, 17:37
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Craig, Dench, Rowling sprechen sich gegen Kürzung im Gebührenfunk aus – Update: Papier zur BBC zum Download

London/Wien – Schluss mit Dancing Stars, Aus für The Voice und andere große Hauptabendshows, die auch Private gerne machen: Solche Empfehlungen erwartet die BBC Donnerstag von einer Arbeitsgruppe des Kulturministers John Whittingdale. Der Gebührensender steuert mit hohem Staraufgebot dagegen.

Update: Das Green Paper des Kulturministeriums zum Download (Link)

Die Schauspieler Daniel Craig, Judy Dench, BBC-Legende Richard Attenborough, Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling unterzeichneten einen offenen Brief an Premierminister David Cameron. Sie warnen vor einer Schrumpf-BBC, die nur sendet, was sich für Privatkanäle nicht lohnt. Mehrere Promis wie Michael Palin und Rowling bestätigten, dass sie von BBC-Vertretern eingeladen wurden, den offenen Brief zu unterschreiben.

Wittingdale stellte schon große Hauptabendshows in der gebührenfinanzierten BBC infrage wie Strictly Come Dancing (das Originalformat auch der Dancing Stars im ORF) oder das Gesangscasting The Voice (dem ORF bisher zu teuer, die ebenfalls öffentlich-rechtliche SRG hat sie im Programm). Auch etwa das BBC-Motormagazin "Top Gear" wurde schon infrage gestellt.

BBC blüht reduziertes Angebot

Der neue Kultur- und Medienminister rekrutierte seine Berater vor allem bei privaten Medienhäusern und BBC-Kritikern. Sie dürften in ihrem Grünbuch eine BBC mit reduziertem Angebot vorschlagen – etwa im Internet. Die Rundfunkgebühren sind in Diskussion – Alternativen reichen von einer Haushaltsabgabe für alle bis zu Abogebühren für Nutzer.

925 Millionen Euro für Gebührenbefreiungen, bisher aus dem Staatsbudget abgegolten, muss die BBC künftig selbst tragen – das entspricht dem BBC-Radiobudget. Und: Schwarzsehen soll nun entkriminalisiert werden – was weitere 285 Millionen kosten könnte.

Die Rechtsgrundlage der BBC, die Royal Charter, ist bis Ende 2016 zu erneuern. (red, 15.7.2015)

  • Daniel Craig, hier im neuen Streifen "Spectre", warnt vor einer Schrumpf-BBC.
    foto: apa/epa/angelo carconi

    Daniel Craig, hier im neuen Streifen "Spectre", warnt vor einer Schrumpf-BBC.

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