Jihadismus und Rechtsextremismus: Nagen an der Demokratie

Kommentar15. Juli 2015, 17:32
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Jugendliche sind dem Staat offenbar tatsächlich zu wenig wert

Radikale Islamisten und Rechtsextremisten kennen die Schwachstellen junger Menschen", sagt der Sektenexperte der Steiermark, Roman Schweidlenka. Die Schwachstellen lauten – in Zeiten von Wirtschaftskrisen und Sozialstaatsabbau umso mehr – fehlende Perspektiven, Sinnhaftigkeit und Hoffnung, die Halt gibt.

Schweidlenka und die Sozialarbeiter, mit denen er kooperiert, orten auch ein devastierendes Gefühl bei jungen Leuten, das man mit drei Worten beschreiben kann: "Ich bin niemand." Wie kommen Jugendliche, die die Zukunft jeder Gesellschaft sind, auf die Idee, nichts wert zu sein? Darauf gibt es viele Antworten. Doch Tatsache ist, dass sie dem Staat offenbar tatsächlich zu wenig wert sind, wenn es darum geht, Geld in die Hand zunehmen.

Schweidlenkas jährliche Präsentation des Jahresberichts für Esoterik, (sogenannte) Sekten, zu denen auch radikale politische und religiöse Bewegungen zählen, und Okkultismus zu besuchen, das ist ein jährliches Déjà-vu: Jedes Jahr warnt der Mann vor dem Anstieg radikaler Strömungen, die in aller Ruhe an den Wurzeln unserer Demokratie nagen können. Jedes Jahr erstarken sie tatsächlich. Jedes Jahr appelliert er an die Politik, mehr Beratungen für Eltern und Kinder und bessere Schulungen für alle Lehrer bereitzustellen. Wer das Problem nicht ernst nimmt, nimmt letztlich die Jugend nicht ernst, bestärkt ihr Gefühl, "niemand" zu sein – und setzt die Zukunft aller aufs Spiel. (Colette M. Schmidt, 15.7.2015)

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