Schweinsteigers Schatten als Alabas Aufstieg

15. Juli 2015, 13:52
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ÖFB-Legionär könnte bei den Bayern nach dem Abgang des Mittelfeldspielers in seine Fußstapfen treten. Die Münchner starten derweil ihre Promo-Tour in Asien

Der Abgang von Bastian Schweinsteiger zu Manchester United könnte auch für Österreichs Fußball-Star David Alaba – positive – Folgen haben. Das deutsche Fachmagazin "kicker" sieht Alaba als aussichtsreichsten Kandidaten auf den frei werdenden Platz im zentralen Mittelfeld von Bayern München.

Alaba hat bei den Bayern links in der Viererkette begonnen, mittlerweile aber viele Positionen eingenommen, weil Trainer Pep Guardiola die Vielseitigkeit des 23-Jährigen schätzt. Im Nationalteam wird Alaba von Teamchef Marcel Koller stets auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld eingesetzt, und dort könnte er nun auch beim deutschen Meister landen.

"Alaba könnte am meisten profitieren", titelte der "kicker" auf seiner Homepage und schrieb: "Der Weggang von Bastian Schweinsteiger birgt auf jeden Fall Chancen für die verbliebene Konkurrenz im Mittelfeld."

Represent

Unterdessen will der FC Bayern sein Image als globaler Fußball-Player im Wachstumsmarkt China weiter aufpolieren. Abgflogen wird Richtung Asien: Rund 20.000 Flugkilometer müssen Trainer Pep Guardiola und das Team um die drei Testspiele mitten in der Saisonvorbereitung auf dem strapaziösen Trip ins Reich der Mitte absolvieren und die Marke Bayern München repräsentieren.

"Wir kommen spät, aber wir kommen mit Volldampf. Und wir werden diesen Markt mit Volldampf in den nächsten Jahren beackern", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Das ist natürlich keine Urlaubsreise. Da müssen wir einen Spagat hinlegen zwischen den wirtschaftlichen Marketing-Interessen des FC Bayern und der sportlichen Vorbereitung." Rechtzeitig vor Beginn des neuntägigen Trips haben die Bayern eine neue chinesische Homepage und eine App für die chinesischen Fans auf den Markt gebracht.

Omen II

Vor drei Jahren, erinnerte Rummenigge an die Fünf-Tages-Reise nach China mit zwei Spielen, habe man am Saisonende das historische Triple gewonnen. "Vielleicht ist das ja ein gutes Omen", orakelte der Vorstandschef. Pep Guardiola hat sich mit den Erfordernissen längst arrangiert. "Das ist komplett normal, heute müssen die Vereine um die Welt reisen", erklärte der spanische Coach.

Es bleibt aber ein Balanceakt zwischen der werbeträchtigen Tour, die weitere Millionen auf die Vereinskonten bringen soll, und der notwendigen sportlichen Vorbereitung auf eine Spielzeit mit großen sportlichen Zielen. Alles kein Problem, sagt Guardiola. "Wir können drei Spiele gegen gute Mannschaften spielen." Am Samstag trifft der FC Bayern im Olympiastadion von Peking auf den FC Valencia. Drei Tage später ist in Shanghai Inter Mailand der Gegner. Letzte Station der Tour ist die Partie gegen den FC Guangzhou Evergrande (23. Juli).

Ein Jahr nach dem US-Trip nehmen die Münchner den zweiten Kernmarkt in Angriff, mehr als China und die USA sollen es vorerst nicht werden. "Unser Plan wird sein, dass wir nächstes Jahr auch wieder eine Tour machen. Gehen Sie davon aus, es wird wieder China oder USA sein", erklärte Jörg Wacker, Vorstand für Internationalisierung und Strategie. Ein "unglaubliches Potenzial" sieht er in China. Rund 90 Millionen Anhänger soll der FC Bayern, der analog zu New York auch ein Büro in China nicht ausschließt, im bevölkerungsreichsten Land der Erde haben.

Deutschland hinkt

Der Wachstumsmarkt China mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Menschen lockt seit langem die Global-Player, ob aus der Wirtschaft oder dem Fußball. Im Vergleich zu Topclubs aus der englischen Premier League oder der spanischen Primera Division haben die deutschen Vereine in Asien Nachholbedarf.

Das Stelldichein der Weltstars der europäischen Topclubs soll nach Wünschen der Verantwortlichen in China auch die dortige Fußball-Entwicklung pushen. Der Weltranglisten-77. will im größten globalen Massensport nicht auf ewig eine bescheidene Nebenrolle einnehmen. 20.000 Fußball-Schulen sollen bis 2017 ihre Arbeit aufnehmen und bei der großen staatlichen Initiative jede Menge Talente herausbringen. "Bei der Qualität wird auch Quantität herausspringen", prognostizierte Rummenigge. (APA/red. 15.7.2015)

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    foto: dpa/federico gambarini

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