"Fallout 4"-Produzent: Spieler sollen spüren wie es ist, alles zu verlieren

Bericht15. Juli 2015, 16:16
99 Postings

Todd Howard spricht über Story, Atmosphäre und neue Spielelemente

Nachdem das erste Gameplay-Video zu Bethesdas "Fallout 4" auf der vergangenen E3 vorgestellt worden ist, sind es bis zu dessen Release noch knapp vier Monate. In einem Interview mit The Telegraph verrät der Produzent Todd Howard neue Details zur Story und erzählt von der langen Entwicklungsgeschichte hinter dem Rollenspiel. Die Ereignisse im Spiel knüpfen demnach an jene von "Fallout 3" an.

foto: bethesda

Alternatives Boston 2075

Die Eröffnungsszene spielt in einem alternativen Boston im Jahr 2075, also vor dem Atomkrieg der weite Teile der Erde zerstört hat. Es ist gekennzeichnet durch einen Widerspruch von Optimismus und der Angst nach dem zweiten Weltkrieg.

Der Protagonist findet sich aber nicht in dieser Zeit wieder, sondern 200 Jahre später. Die Stadt besteht inzwischen nur noch aus Schutt und Asche und die Menschen leben in provisorischen Bauten, in behelfsmäßigen Siedlungen. Zudem pirschen Plünderer und Mutanten durch die Einöde. Die Ereignisse von "Fallout 4" knüpfen damit an die des dritten Teils an und auch einige Story-Details erinnern an den Vorgängertitel. Beispielsweise wurden die Vorkommnisse in Boston und die mysteriösen Commonwealth-Institute bereits in "Fallout 3" angedeutet, so Howard.

Vorstadtflair, Hightech und nukleare Paranoia

Die Anfangsszene sei nur als Prolog für "Fallout 4" gedacht, um bei den Spielern ein Gefühl des Verlustes zu wecken. "Es ist wichtig für uns, euch Einblick in diese Welt zu geben, damit ihr beim Verlassen des Vaults 111 ein Verlustgefühl verspürt und euch wünscht, die Welt wäre wieder so wie sie war. Es geht darum am Anfang zu stehen und alles verloren zu haben." Vault 111 ist einer der Untergrundbunker zum Schutz vor dem Atomkrieg. Der Spieler ist sein einziger überlebender Bewohner.

bethesda

Laut Howard wurde das Design der Spielwelt durch Zukunftsvisionen aus den 50er- und 60er-Jahren beeinflusst. Das Ergebnis sei eine Mischung aus lebendigem Vorstadtflair, High-Tech-Komfort und nuklearer Paranoia.

Action-Game-Elemente

Das V.A.T.S.-Zielsystem für Kämpfe aus der First- oder Third-Person-Perspektive wurde verbessert und dynamischer gestaltet als beim Vorgänger. Während bei "Fallout 3" das Spiel pausiert wurde um eine Entscheidung für den Angriff zu fällen, werden bei dessen Nachfolger die Spielsequenzen auf Zeitlupentempo verlangsamt. Ziel sei, dass sich das Spiel wie ein Action-Game anfühle. Laut Howard können Spieler so selbst über kritische Treffer entscheiden. "Es ist ein bisschen mehr unter deiner Kontrolle, nicht viel, aber genug, damit es sich ein bisschen besser anfühlt."

"Fallout 4" charakterisiert sich auch durch ein Crafting-System. Gegenstände aus der Umgebung können aufgesammelt werden um damit Waffen, Rüstungen, Chemikalien oder Nahrung herzustellen. Auch Siedlungen können errichtet und verwaltet werden.

foto: bethesda

Komplette Synchronisierung

Wie bei den Vorgängern setzt man auch bei "Fallout 4" auf Entscheidungsfreiheiten und Konversationen. Dabei sei die größte Neuerung die, dass der Charakter zum ersten Mal vollständig synchronisiert ist. Diese logistische Herausforderung nahm zwei Jahre in Anspruch, da man für die Dialogoptionen im Spiel mehr als 13.000 Textzeilen aufnehmen musste.

Bei der Charaktererstellung wird die Wahl des Geschlechts von Bedeutung sein. Die beiden Synchronsprecher Brian T. Delaney und Courtenay Taylor haben gewisse Dinge verschieden interpretiert, so Howard. Deshalb spielen sich Szenen in Abhängigkeit vom Geschlecht unterschiedlich ab.

User-Mods für Konsolen

Durch technischen Fortschritt gestalte sich die Spielentwicklung bei aktuellen Titeln sehr viel effizienter als früher. Die Technologie der Next-Gen-Konsolen ist der von PCs sehr ähnlich, weshalb man nicht mehr viel Zeit in die Entwicklung von verschiedenen Versionen investieren müsse.

Aufgrund der technischen Ähnlichkeiten können die Entwickler von Bethsoft deshalb erstmals an einem einheitlichen System für Modifikationen arbeiten. Usergenerierte Mods lassen sich in Zukunft also auch auf Konsolenableger von verschiedenen Titeln übertragen.

"Fallout 4" erscheint am 10. November für PC, PS4 und Xbox One. (lmp, 15.7.2015)

Share if you care.