Schwimmbadkeime sind gefährlich für die Augen

15. Juli 2015, 12:12
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Trotz Chlor können sich Keime im Schwimmbecken sammeln, warnen Mediziner aus Deutschland

München – Bakterien verursachen 80 Prozent aller infektiösen Hornhauterkrankungen am Auge. Als möglicher Übertragungsort gilt das Schwimmbad. Denn trotz des Chlors im Badewasser sammeln sich Schmutzpartikel und Keime im Becken. Diese können in Hornhaut und Bindehaut des Auges eindringen und dort Entzündungen verursachen. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät deshalb, zum Baden eine gut sitzende Schwimmbrille zu tragen und auf Kontaktlinsen zu verzichten.

Bei sommerlichen Temperaturen laden Freibäder zur kühlen Erfrischung ein. Viele Badegäste klagen hinterher über gerötete, brennende und tränende Augen. Schuld daran ist das zur Badewasserdesinfektion eingesetzte Chlor. Denn durch eine Reaktion von Chlor mit Urin, Schweiß und Schmutz im Badewasser entstehen reizende, chemische Verbindungen, die den schützenden Tränenfilm der Augen angreifen.

Normalerweise klingen die Symptome nach wenigen Stunden ab. Augentropfen mit Tränenersatzflüssigkeit lindern das Brennen. "Halten die Beschwerden jedoch länger als 24 Stunden an, sollten Betroffene unbedingt einen Augenarzt aufsuchen, um eine mögliche Infektion auszuschließen", rät Philip Maier, Leiter des Schwerpunkts Hornhaut- und Bindehauterkrankungen am Universitätsklinikum Freiburg.

Auf Kontaktlinsen verzichten

Zum Schutz der Augen rät der Experte zu einer gut sitzenden, abdichtenden Schwimmbrille: Diese hält nicht nur die aggressiven Substanzen, sondern auch Schmutz und Bakterien von den Augen fern.

Insbesondere Kontaktlinsenträger sollten ihre Augen schützen: "Beim Schwimmen ohne Brille kann sich die Kontaktlinse am Auge festsaugen", erklärt Maier. Dadurch sind schmerzhafte Abschürfungen an der Hornhaut möglich. Außerdem können sich gefährliche Keime wie Akanthamöben oder Pilze unbemerkt in das weiche Material der Kontaktlinse einnisten und dort vermehren.

Unbehandelt drohen in solchen Fällen bleibende Sehbeeinträchtigungen bis hin zur Erblindung. Schließlich gelten ein nachlässiger Umgang mit Kontaktlinsen und mangelnde Pflege aktuellen Daten zufolge als Hauptursachen für infektiöse Hornhauterkrankungen. Wer nicht auf Kontaktlinsen verzichten möchte, sollte Tageslinsen verwenden und diese nach dem Schwimmbadbesuch entsorgen, empfehlen die Medizner. (red, 15.7.2015)

  • Durch eine Reaktion von Chlor mit Urin, Schweiß und Schmutz im Badewasser entstehen reizende, chemische Verbindungen, die den schützenden Tränenfilm der Augen angreifen.
    foto: apa/dpa/wolfram kastl

    Durch eine Reaktion von Chlor mit Urin, Schweiß und Schmutz im Badewasser entstehen reizende, chemische Verbindungen, die den schützenden Tränenfilm der Augen angreifen.

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