Zwei tödliche Wanderunfälle in Tirol

15. Juli 2015, 07:54
1 Posting

Deutscher (74) stürzte beim Wandern 100 Meter ab – Einheimischer (86) fiel rücklings in ein Bachbett – Suchaktion nach Wanderern in der Steiermark

Längenfeld/St. Ulrich am Pillersee – Zwei tödliche Freizeitunfälle hat es am Dienstag in Tirol gegeben. In Gries/Längenfeld stürzte ein 74-jähriger Deutscher bei einer Wanderung zur Winnebachseehütte ab und starb an seinen Verletzungen. In St. Ulrich am Pillersee zog sich ein Einheimischer (86) bei einer Wanderung nach einem Sturz tödliche Kopfverletzungen zu, teilte die Landespolizeidirektion Innsbruck der APA am Mittwoch mit.

Der Deutsche (74) stieg mit einem befreundeten deutschen Ehepaar (63 und 74 Jahre alt) auf den 2.902 Meter hohen "Gänsekragen" auf, als er gegen 17.00 Uhr auf einer Seehöhe von 2.500 Meter stolperte und hundert Meter im sehr steilen und felsigen Gelände abstürzte. Vom Ehepaar wurde sofort Erste Hilfe geleistet und die Rettungskette in Kraft gesetzt, der Verunfallte erlag jedoch noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

Am Dienstagvormittag machte sich ein 86-jähriger Einheimischer in St. Ulrich am Pillersee im Bereich der Buchensteinwand zum Schwammerlsuchen auf. Als er gegen 18 Uhr noch nicht zu Hause war, verständigte sein Sohn die Polizei. Im Zuge des Sucheinsatzes wurde er gegen 18.50 Uhr in einem trockenen Bachbett tot aufgefunden. Aufgrund der Lage und der Kopfverletzungen des Mannes wird davon ausgegangen, dass der Verunfallte drei bis vier Meter rücklings in das Bachbett fiel und dort mit dem Kopf auf einen Stein aufschlug.

Suchaktion in der Steiermark

Ein Wanderer aus Graz und seine 16-jährige Tochter haben indes am Dienstagnachmittag eine Suchaktion am obersteirischen Hochschwab ausgelöst. Noch während rund 30 Mann auf der Suche waren, trafen die Vermissten am Ausgangspunkt im Tal ein. Laut Bergrettung hatten sie – anders als mit ihren Kollegen vereinbart – auf halber Strecke wieder den Weg ins Tal angetreten.

Der Alarm bei der Bergrettung im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag wurde von dem Wanderkollegen ausgelöst, der Dienstagmittag mit seiner Tochter, dem Grazer und dessen Tochter den Hochschwabgipfel angepeilt hatte. Gegen 14.30 Uhr hatte sich die Wandergruppe getrennt: Der bergkundigere Vater ging mit seiner Tochter voran und wollte am Schiestlhaus auf die langsamer vorankommenden Freunde warten. Als die beiden jedoch nach sechs Stunden noch immer nicht in dem Schutzhaus angelangt waren, alarmierte er gegen 20.30 Uhr die Bergrettung, auch ein Hubschrauber des Innenministeriums wurde angefordert.

Während die Bergretter aus Aflenz, Thörl und Turnau noch bei der Suche waren, trafen der vermisste Vater und seine Tochter gegen 22.00 Uhr an ihrem Ausgangspunkt im Tal ein. Sie hatten sich am späten Nachmittag aufgrund des einsetzenden Nebels und der zunehmenden Erschöpfung entschieden, nicht weiter zum Gipfel, sondern über eine neue Route ins Tal zurückzukehren. Dabei wählten sie eine längere aber ungefährlichere Route. Ihre Bergkollegen konnten sie nicht informieren, da das Mobiltelefon des Grazers keinen Empfang hatte, schilderte Markus Petz von der Bergrettung Thörl auf Anfrage der APA. (APA, 15.7.2015)

Share if you care.