OMV setzt auf Gas

15. Juli 2015, 05:57
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Zu den Auswirkungen des Iran-Deals hält sich die OMV derzeit noch bedeckt

Aus wirtschaftlicher Sicht beobachtet die OMV das Abkommen mit dem Iran besonders intensiv. Immerhin hat der heimische Energiekonzern 2007 einen spektakulären Deal mit den Mullahs abgeschlossen: Gemeinsam mit der National Iranian Oil Company wurde eine Absichtserklärung über die Ausbeutung des South Pars Felds, des angeblich größten Gasreservoirs der Welt, geschlossen. Konkret geht es um die Phase 12 des Projekts, in dem vor der Verhängung der Sanktionen auch zahlreiche andere Energiemultis involviert waren.

Derzeit hält man sich in der OMV zu den Auswirkungen des Deals noch bedeckt, spricht aber von einem "positiven Signal". Vor konkreteren Äußerungen will die OMV erst Inhalt und Umsetzung der Vereinbarungen abwarten, erklärte ein Sprecher. Neben der Exploration ist die Verflüssigung (LNG) und die Errichtung eines Flüssiggasterminals geplant.

Dass iranisches Gas über einen neuen Ast von Nabucco nach Europa strömt, ist nach dem Aus für die Pipeline nicht mehr realistisch. Fraglich ist, ob sich das Iran-Investment angesichts des niedrigen Öl- und Gaspreises noch lohnt – Angaben dazu werden von der OMV aber nicht gemacht.

Auch andere Geschäfte könnten nun wieder in Schwung kommen, die von den Sanktionen gebremst wurden. Im Vorjahr exportierten österreichische Firmen um 213 Millionen Euro, wobei Pharma an erster Stelle lag; davor waren es gut 350 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium bestätigte 2014 in 85 Ausfuhranträgen Genehmigungsfreiheit. Fünf Ansuchen wurden zurückgezogen. (as, 15.7.2015)

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