Blei statt Silber: Doch kein Piratenschatz vor Madagaskar

14. Juli 2015, 17:54
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Unesco-Experten untersuchten Fund von US-Forschern

Antananarivo – Ein vor Madagaskar gefundener, angeblich 300 Jahre alter Piratenschatz ist nach Ansicht eines Expertenteams der Unesco nicht echt. Der 50 Kilogramm schwere Silberbarren, den der berüchtigte Pirat William Kidd erbeutet haben soll, ist in Wahrheit ein Ballast-Metallblock, wie die Uno-Kulturorganisation am Dienstag mitteilte. Er bestehe zu 95 Prozent aus Blei.

Das angebliche Wrack des Piratenschiffs "Adventure Galley" sei lediglich ein kaputter Teil der Hafenkonstruktion der Insel Sainte-Marie. "Es gibt keinen Silberschatz", sagte Michel L'Hour, der Leiter der Untersuchungsmission, die letztes Monat in Madagaskar war.

Das Team um den US-Forscher Barry Clifford hatte den angeblichen Silberbarren im Mai mit großem Brimborium dem Präsidenten Madagaskars präsentiert. Die Nachricht des angeblichen Schatzes ging rasch um die Welt.

Doch Experten der Unesco waren schon damals skeptisch. Die Expedition wurde vom Sender History Channel finanziert und der Fund kam genau dann, als die britische Gesellschaft October Films eine Serie über das Abenteuer produzierte. Der schottische Pirat Kidd (1645-1701) war mit dem Dreimaster "Adventure Galley" drei Jahre lang als Seeräuber unterwegs. (APA, 14.7.2015)

  • Im Mai präsentierte US-Forscher Barry Clifford stolz den vermeintlichen Silberbarren. Nun stellte sich heraus, dass es sich um Blei handelt.
    foto: ap photo / martin vogl

    Im Mai präsentierte US-Forscher Barry Clifford stolz den vermeintlichen Silberbarren. Nun stellte sich heraus, dass es sich um Blei handelt.

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