Niessl von Fischer als Landeshauptmann angelobt

14. Juli 2015, 14:32
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Rund hundert Demonstranten protestierten vor der Hofburg gegen Rot-Blau. Niessl bekamen sie nicht zu sehen

Wien – Hans Niessl (SPÖ) ist am Dienstagnachmittag von Bundespräsident Heinz Fischer als burgenländischer Landeshauptmann angelobt worden. Vor der Hofburg hatten sich mittags rund 100 Gegner der rot-blauen Zusammenarbeit postiert. Niessl nahm diese Aktion nach der Angelobung im Gespräch mit Journalisten "zur Kenntnis".

Niessl ist bereits Routinier, war dies doch bereits seine vierte Angelobung – erstmals allerdings als Chef einer rot-blauen Landesregierung. Gegner dieser neuen Zusammenarbeit, darunter die Sozialistische Jugend, äußerten mit Glockengebimmel und Transparenten ihren Unmut – bei verhältnismäßig großem Polizeiaufgebot. Von sechs Personen in Schweinemasken wurden auch Flugzettel verteilt. Darauf bedruckt fand sich der SPÖ-Bundesparteibeschluss gegen jedwede Koalition mit der FPÖ.

Niessl fuhr bis zur Eingangstür

Niessl zeigte sich den Demonstranten bei seinem Eintreffen und Verlassen allerdings nicht. Er erklärte später, dass er sich, wie auch der Bundespräsident öfters, mit dem Auto bis zur Eingangstür habe fahren lassen.

In der Hofburg gratulierte Fischer Niessl dann zur Wahl in der konstituierenden Sitzung des Landtags vergangene Woche und wünschte ihm alles Gute für die "große, verantwortungsvolle" Aufgabe. In Anwesenheit von Bundeskanzler und Parteichef Werner Faymann erklärte der burgenländische Landeshauptmann "ich gelobe", und bekräftigte das Gelöbnis durch Handschlag und Unterschrift.

Umtrunk bei Fischer

Mit Niessl in die Hofburg gekommen waren seine Frau Christine sowie sein gesamtes Büroteam. Im Anschluss an die Zeremonie lud Fischer noch zu einem Umtrunk. Niessl sprach danach im Gespräch mit Journalisten von einem "normalen Vorgang": "Ich nehme zur Kenntnis, dass manche protestieren, wenige Burgenländer." Er verwies darauf, dass das Burgenland 290.000 Einwohner habe und bei der konstituierenden Sitzung nur vier Demonstranten gezählt wurden. Auch heute war die Zahl der Protestierenden überschaubar.

Auf die Frage, ob dies die Angelobung trübt, meinte der burgenländische SPÖ-Chef, er freue sich darüber, dass ihn Fischer angelobt habe, sowie auf die Arbeit. Diese solle dann auch beurteilt werden. Beim Untrunk sei mit Bundeskanzler Faymann sowohl über die burgenländische Politik als auch über internationale Themen – Griechenland sowie das Atomabkommen – gesprochen worden. Faymann habe sich positiv dazu geäußert, dass es im Burgenland weiterhin einen sozialdemokratischen Landeshauptmann gibt. (APA, 14.7.2015)

  • Rund hundert Demonstranten protestierten gegen die Koalition mit der FPÖ.
    apa/schlager

    Rund hundert Demonstranten protestierten gegen die Koalition mit der FPÖ.

  • Hans Niessl (li.) ließ sich davon nicht beirren.
    apa/schlager

    Hans Niessl (li.) ließ sich davon nicht beirren.

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