Deutsche Verlage: Digitalgeschäft reduziert Umsatzminus

14. Juli 2015, 12:51
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Die Erlöse fielen 2014 um 0,6 Prozent – Stark unter Druck sind Wochen- und Sonntagszeitungen – 30 Prozent mehr Bezahlangebote im Netz

Berlin – Die deutschen Zeitungsverleger haben dank des wachsenden Digitalgeschäfts ihren Umsatzrückgang eingedämmt. Die Erlöse fielen 2014 um 0,6 Prozent auf insgesamt 7,56 Milliarden Euro und damit deutlich geringer als im Jahr davor, wie der Branchenverband BDZV am Dienstag mitteilte.

Bei den Tageszeitungen blieb der Umsatz fast unverändert. Unter Druck standen dagegen Wochen- und Sonntagszeitungen, wo die Einnahmen spürbar um knapp acht Prozent sanken. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem stabilen Geschäft im Vertrieb und bei den Anzeigen, nannte aber zunächst keine konkrete Prognose.

grafik: bdzv

30 Prozent mehr Bezahlangebote

Wachstumstreiber sei derzeit das Geschäft rund um das Internet, teilte der BDZV weiter mit. Die Zahl der Bezahlangebote im Netz sei im vorigen Jahr um 30 Prozent gewachsen. Aktuell verlangten 107 Verlage von ihren Lesern Geld für journalistische Inhalte. 2013 waren es erst 70. Bis Jahresende dürften es dem BDZV zufolge mindestens 120 Zeitungen sein.

grafik: bdzv

Die Nutzerzahlen der Onlineangebote gingen kontinuierlich nach oben und seien innerhalb eines Jahres um eine weitere Million auf 18,5 Millionen pro Woche gestiegen. Überdurchschnittlich gut erreichten die Zeitungen mit ihren Angeboten jüngere Zielgruppen. 5,5 Millionen der 14- bis 29-jährigen Internetnutzer (37 Prozent) sowie 7,8 Millionen der 30- bis 49-Jährigen (35 Prozent) besuchten regelmäßig die Webangebote, so der Verband.

Zahlen für digitale Inhalte

Die größte Herausforderung sei es, den wachsenden publizistischen Erfolg in der digitalen Welt auch zu einem wirtschaftlichen Erfolg zu machen. "Das ist ein Marathon, der große Kondition und langen Atem erfordert", sagte Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. Die Branche sei dafür gut gerüstet. Jeder dritte Internetnutzer in Deutschland habe 2014 für redaktionelle Inhalte jeden Monat im Schnitt 15 Euro ausgegeben. Ein Jahr zuvor war es erst jeder vierte.

Zwei Drittel der Verlage planten für das laufende Jahr neue Digitalprodukte jenseits der klassischen Websites und Newsapps.

E-Paper-Auflage steigt

Die Gesamtauflage der Zeitungen schrumpft unterdessen weiter – und zwar auf 20,7 Millionen im ersten Quartal 2015. Binnen Jahresfrist ist dies ein Rückgang um gut vier Prozent.

grafik: bdzv

Als "äußerst erfreulich" bezeichnete Jörg Laskowski, BDZV-Geschäftsführer Verlagswirtschaft, die Entwicklung der E-Paper-Auflage. Im Vergleich zum Vorjahr (1. Quartal) sei die Auflage um 30 Prozent von 564.000 auf 733.000 angestiegen. (red, APA, Reuters, 14.7.2015)

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