Myanmars Marine rettete mehr als hundert Flüchtlinge

14. Juli 2015, 12:34
posten

Staatsmedien: Männer kamen alle aus Bangladesch

Rangun – Myanmars Marine hat laut Staatsmedien mehr als hundert Flüchtlinge gerettet, die wochenlang auf einer Insel festgesessen sind. Wie die staatliche Zeitung "Global New Light of Myanmar" am Dienstag berichtete, wurden die 102 Männer seit Ende Juni auf einer Insel vor der Küste von Tanintharyi im äußersten Süden des Landes gefunden.

Die Flüchtlinge kamen laut dem Bericht alle aus Bangladesch und wurden Anfang Juni auf der Insel zurückgelassen. Manche von ihnen gaben laut dem Bericht an, sie hätten zwangsweise ihr Heimatland verlassen. Andere sagten demnach, Menschenschmuggler hätten ihnen Arbeit in Malaysia versprochen. Angaben zum jetzigen Aufenthaltsort der Flüchtlinge wurden in den Bericht nicht gemacht.

Diskriminierung gegen Rohingya

Die Behörden in Myanmar nutzen die Bezeichnung Bangladescher sowohl für Flüchtlinge aus Bangladesch als auch für Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya, die sie als illegale Einwanderer aus dem Nachbarland betrachten, obwohl sie vielfach bereits seit Generationen in Myanmar leben. Als Muslime sind sie in dem mehrheitlich buddhistischen Land systematischer Diskriminierung ausgesetzt. Aus Verzweiflung über ihre Lage fliehen zahlreiche Rohingya mithilfe von Schleppern über das Meer nach Malaysia, Thailand und Indonesien.

Als Thailand im Mai gegen Schmuggler und Flüchtlinge vorging, machte das Schicksal der Rohingya weltweit Schlagzeilen. Unter internationalem Druck willigte Myanmar ein, fast tausend Flüchtlinge zu retten, die in völlig überfüllten Booten ohne ausreichend Wasser und Essen im Meer trieben. Die Flüchtlinge wurden in den Teilstaat Rakhine, die Heimat der Rohingya, gebracht und in Lager an der Grenze zu Bangladesch gesteckt.

Myanmars Regierung behauptete auch damals, beim Großteil der Flüchtlinge handle es sich um Bangladeschi. Dies nährte Befürchtungen, das Land wolle sich so Angehörigen der unbeliebten Minderheit entledigen. Bisher nahm Bangladesch rund 150 der Flüchtlinge auf, deren Staatsangehörigkeit geklärt werden konnte. (APA, 14.7.2015)

Share if you care.