Früherer Nokia-Spartenchef glaubt nicht an Handy-Renaissance

14. Juli 2015, 12:25
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Anssi Vanjoki: Zug abgefahren – Finnland hätte jedoch Chance bei sprechender Elektronik

Der ehemalige Chef der Mobiltelefon-Sparte von Nokia, Anssi Vanjoki glaubt, dass Finnlands große Zeit als Handy-Nation vorbei ist. In einem Interview in der Tageszeitung "Aamulehti" vom Wochenende sagte Vanjoki, der Weltmarkt für Handys und Smartphones sei gesättigt. Er glaube daher nicht, dass Finnland in Produktion oder Entwicklung jemals wieder eine nennenswerte Rolle spielen wird.

Das Interview mit dem Spitzenmanager, der heute Vorstandsversitzender des Wintersportunternehmens Amer ist, war zwei Jahrzehnte lang bei Nokia beschäftigt. Er zählte zu den engsten Vertrauten von Nokia-Cheflegende Jorma Ollila. Vanjoki war ein entschiedener Kritiker der Zusammenarbeit Nokias mit Microsoft und der späteren Übernahme des Nokia-Kerngeschäfts durch den US-Konzern vor zwei Jahren.

Sprechelektronik

Nokia und Finnlands gesamte Elektronikindustrie sollten sich, anstatt von einer Rückkehr des Handy-Booms zu träumen, seiner Meinung nach auf die Entwicklung von Sprechelektronik und dazugehöriger Software und Plattformen konzentrieren. Die durch die Kündigungswelle bei Microsoft in Finnland freigesetzten 2.300 IT-Angestellten könnten in diesem Bereich ein erfolgversprechendes Betätigungsfeld finden, so der 48-jährige Manager. So könnte Finnland auch neue Investoren im IT-Bereich finden.

Nokia plant indes, seine Handymarke schon Ende kommenden Jahres wieder aufleben zu lassen und erneut mit Entwicklung und Design von Mobiltelefonen zu beginnen. Seit dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft hat sich der ehemalige Weltmarktführer bei Handys auf die Ausrüstung von Netzwerken spezialisiert. (APA, 14.7.2015)

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