Hacking Team: "Wir sind die Guten!"

14. Juli 2015, 11:17
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Umstrittenes italienisches Unternehmen fühlt sich missverstanden – Vermutet feindliche Regierung hinter Angriff

Eine Woche nach dem massiven Hack des italienischen Malware-Herstellers Hacking Team ist das Unternehmen noch immer mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Und dazu gehört natürlich auch Öffentlichkeitsarbeit, um das angeschlagene Image wieder aufzupolieren.

"Gut"

In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung La Stampa sieht Hacking-Team-CEO David Vincenzetti sein Unternehmen grob missverstanden: "Wir sind die guten Jungs". Immerhin verkaufe sein Unternehmen keine Waffen, die dann jahrelang Schaden anrichten können, argumentiert Vincenzetti. Reporter ohne Grenzen sieht dies freilich anders, und bezeichnet Hacking Team seit Jahren als "Feinde des Internets".

Beste Freunde

Dass man dabei auch mit umstrittenen – und zum Teil unter UN-Embargo stehenden – Regierungen Handel betrieben hat, sei der raschen Änderung der geopolitischen Lage geschuldet. So habe man etwa mit Libyen erst Geschäftsbeziehungen eingegangen als es so schien, als seien diese nun "unsere besten Freunde".

Große Gegner

Unterdessen ist Hacking Team davon überzeugt, dass der Angriff gegen die eigenen Systeme nicht das Werk eines einzelnen Hackers ist. Die Attacke sei offenbar monatelang vorbereitet worden, als Urheber vermutet man eine feindliche Regierung. Konkrete Belege oder eine Präzisierung der Vorwürfe liefert das Unternehmen bisher aber nicht. (apo, 14.7.2015)

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    grafik: hacking team
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