65-Millionen-Deal für Sandvik Leoben

13. Juli 2015, 16:58
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Tagebautechnik für Südafrika, kein Einfluss auf 51 Kündigungen bei Sandvik in Zeltweg

Leoben/Graz – Über einen Großauftrag im Gesamtwert von 65 Millionen Euro freut man sich in Leoben. Die Headquarters der Sandvik Mining Systems bauen, liefern und montieren bis 2017 vier Maschinen an die Ostküste Südafrikas, die dort im Bergbau zum Einsatz kommen werden. Konkret handelt es sich um zwei sogenannte Kombiabsetzer/Rückladegeräte und zwei Schiffsbelader, mit denen tausende Tonnen Kohle und Schutt pro Stunde transportiert werden können.

Weltweite Konkurrenz

Michael Viet, Präsident von Sandvik Mining Systems, erzählte dem STANDARD, dass man das Geschäft, das für den Leobener Standort von großer Bedeutung sei, Anfang Juli festgezurrt habe: "Wir waren natürlich nicht allein, sondern haben uns gegen Konkurrenz aus der ganzen Welt durchgesetzt."

Sandvik Mining gehört zum internationalen Sandvik-Industriekonzern, der 2014 an Niederlassungen in 130 Ländern insgesamt 47.000 Mitarbeiter beschäftigte. Leoben hatte sich für das Unternehmen natürlich auch durch die Nähe zum Forschungs- und Entwicklungsstandort der Montanuniversität angeboten.

Doch neben Leoben, wo der Konzern ein weltweites Kompetenzzentrum für Tagebautechnik und Materialumschlag betreibt, das "Center of Excellence – Mobile Machines", gibt es in Österreich noch eine zweite Niederlassung. Jene im steirischen Zeltweg, wo im Kompetenzzentrum für "Continuous Mining" Maschinen zur mechanischen Gesteinsbearbeitung hergestellt werden.

Zeltweger Standort "umstrukturiert"

Dort wurden erst vor vier Monaten 51 von 450 Mitarbeitern zur Kündigung beim Arbeitsmarktservice angemeldet. Weil der Standort Zeltweg "umstrukturiert" werden müsse, hieß es im März von der Konzernleitung.

Auf STANDARD-Nachfrage bei Viet, ob sich der lukrative Großauftrag auch auf diese 51 (ehemaligen) Mitarbeiter positiv auswirken könnte, verneint Viet: Leoben und Zeltweg "haben so gesehen nichts miteinander zu tun, das sind zwei völlig getrennte Standorte" innerhalb der Sandvik-Gruppe. "In der Fabrik dort werden ganz andere Geräte gebaut, man kann die Mitarbeiter nicht einfach austauschen", sagt Viet. Wenn der Auftrag in Südafrika 2017 beendet ist, hoffe man auf Folgeaufträge. (Colette M. Schmidt, 13.7.2015)

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