Das Erbe von Nintendo-Präsident Satoru Iwata

13. Juli 2015, 18:27
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Weltweit trauern Fans und Kollegen aus der Spielbranche um den verstorbenen Videospielpionier

Nachdem der 55-jährige Entwickler Satoru Iwata vergangenen Samstag den Folgen seiner Krebserkrankung erlag, erheben sich nun zahlreiche Stimmen im Netz, um ihrer Trauer kund zu tun. Der Konzernchef von Nintendo wurde von Kollegen und Fans für seine innovative Denkweise und seine Nähe zu den Spielern geschätzt. Unter Hashtags wie #ThankYouIwata, #ThankYouSatoru, oder #RIPIwata zollen weltweit Menschen auf Twitter und Co dem Verstorbenen Tribut und danken ihm für die wunderbaren Stunden, die sie dank seinen Errungenschaften in der eigenen Kindheit erleben durften.

Einige sind besonders kreativ und lassen Satoru Iwata auf Kaffeesätzen erscheinen.

Auch LeFloid, deutscher Youtube-Star, trauert um den verstorbenen Pionier.

Konami Europe gedenkt dem Kollegen ebenfalls.

"In meinem Herzen bin ich ein Gamer"

Die Vertreter der Spieleindustrie gedenken an einen Kollegen, der die Branche wesentlich geprägt hat. Auf Polygon lassen sich diverse Aussagen über den Tod des Nintendo-Chefs nachlesen. Randy Pitchford, Gründer von Gearbox Software, über den Tod des Entwicklers: "Von denen, die ihn kannten, habe ich in der Game-Industrie nie jemanden getroffen, der Iwata nicht bewundert und respektiert hat. Ich glaube, unsere Industrie erlitt einen erheblichen Verlust durch sein Ableben."

Auch Phil Spencer, Leiter der Xbox-Abteilung von Microsoft, behält Iwata in spezieller Weise in Erinnerung. Immer wenn er eine Entscheidung für Xbox treffe, denke er an ein Zitat des Verstorbenen von 2005: "Auf meiner Visitenkarte bin ich ein Firmenchef. In meinem Gedanken bin ich ein Spieleentwickler. Aber in meinem Herzen bin ich ein Gamer." Nintendo selbst stellt zu Ehren seines ehemaligen Präsidenten für einen Tag alle Social-Media-Aktivitäten ein.

Videospiele für die ganze Familie

Zu den erfolgreichsten Projekten von Nintendo gehören der 3DS und die Spielekonsole Wii. Zu verdanken ist das der eigenen Denkweise von Iwata. Er realisierte, dass Nintendo mit den technischen Errungenschaften von anderen Konsolenherstellern wie Sony oder Microsoft nicht mithalten konnte. Deshalb fokussierte er sich auf andere Stärken und leitete neue Wege ein. Im Jahr 2004 äußerte er sich dazu wie folgt: "Bitte verstehen Sie, dass ich nicht versuche zu sagen, dass Technologie unwichtig ist. Aber wenn wir uns nur noch auf Technologie fokussieren, werden wir nicht erfolgreich sein." Iwata setzte auf neue Zielgruppen, die jenseits der Hardcore-Gamer angesiedelt waren, und wollte Spielspaß für die ganze Familie garantieren. "Videospiele sollten vor allem eines bringen: Spaß. Spaß für jeden", sagte Iwata auf einer Konferenz 2006.

Innovative Ideen

Für eine neue Art der Spielerfahrung setzte Satoru Iwata auf innovative Ideen und benutzerfreundliche Interfaces. Der Nintendo 3DS wurde mit einem zweiten Bildschirm ausgestattet, der mittels Touchscreen bedient wurde. Iwata nutzte diese Technologie, bevor diese für Smartphones handelsüblich wurde. Bei der Entwicklung der Wii setzte Iwata den Gedanken von neuen Spielerfahrungen fort, indem er abermals eine neuartige Steuerung für Games einführte.

Nicht alle glaubten an den Erfolg von Satoru Iwatas Konzepten. So auch der ehemalige stellvertretende CEO von Nintendo Matias Myllyrinne: "Ich erinnere mich, dass ich vor der Veröffentlichung keinen Erfolg für den DS kommen sah. Ich dachte mir, wer will schon zwei Bildschirme? Mann, lag ich falsch. Ich und viele andere konnten nicht so weit vorausschauen wie Iwata."

Erstmals in der Geschichte von Nintendo wollte der Entwickler auch Spiele für mobile Endgeräte herstellen, um auf den Smartphone-Boom zu reagieren.

Die Nähe zu den Spielern

Neben seinen neuartigen Ideen und Konzepten war der Nintendo-Chef vor allem für die Nähe zu den Spielern bekannt. Während er im Youtube-Broadcast "Nintendo Direct" Spiele-News verkündete, interviewte er für "Iwata Asks" Spieleentwickler und gewährte den Zuschauern Einblicke in diverse Hintergrundgeschichten. (lmp, 13.7.2015)

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