20 Jahre Haft für Serbiens "Kokain-König"

13. Juli 2015, 12:42
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Darko Saric und weitere 35 Angeklagte hatten sich wegen Schmuggels von 5,7 Tonnen Kokain aus Südamerika zu verteidigen

Belgrad – Serbiens "Kokain-König" Darko Saric (46) ist am Montag von einem Belgrader Gericht in erster Instanz zu 20 Jahren verurteilt worden. Haftstrafen wurden auch gegen 34 Mitangeklagte ausgesprochen, 14 von ihnen wurden allerdings in Abwesenheit verurteilt, sie befanden sich auf der Flucht. Saric und seine Komplizen sollen von 2008 bis 2009 5,7 Tonnen Kokain geschmuggelt haben.

Drei Angeklagte, die vor Gericht als "geschützte Zeugen" ausgesagt hatten, sind mit Haftstrafen zwischen zehn und 15 Monaten davon gekommen. Die einzige Frau unter den Angeklagten wurde Medienberichten zufolge freigesprochen. Die anderen Angeklagten wurden zu Haftstrafen zwischen elf und 20 Jahren verurteilt.

Kontakt zur Drogenmafia bestritten

Der Fall Saric hatte vor Jahren auch die serbische Regierung erschüttert. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass einer der Angeklagten, der montenegrinische Geschäftsmann Rodoljub Radulovic alias "Misa Banana", ein Familienfreund des damaligen Innenministers Serbiens Ivica Dacic gewesen war.

Dacic selbst hatte die Vorwürfe von Kontakten zu der Drogenmafia zurückgewiesen. Sein damaliger Kabinettschef Branko Lazarevic, inzwischen Konsul Serbiens in Athen, wurde im Vorjahr angeklagt. Er soll Radulovic vertrauliche Informationen zugespielt haben. Der Prozess ist noch im Gange. Radulovic, der elfeinhalb Jahren Haft bekam, befindet sich auf der Flucht.

Prozess lief seit 2009

Der Marathonprozess gegen die Kokain-Schmuggler hatte 2009 begonnen. Zu einer Beschleunigung kam es erst, nachdem sich Saric, der lange gesucht worden war, im März 2014 gestellt hatte. Der "Kokain-König" und sein Anwalt haben es Montag abgelehnt, der Urteilsverkündung beizuwohnen. Die Staatsanwaltschaft hatte für die Angeklagten zwischen 20 und 40 Jahre Haft verlangt.

Der Fall Saric hatte vor Jahren auch zu Spannungen in den Beziehungen Belgrads zu Podgorica geführt. Die serbischen Behörden hatten nämlich Montenegro vorgeworfen, Saric, ein gebürtiger Montenegriner mit serbischer Staatsbürgerschaft, eine Zeit lang Unterschlupf gewährt zu haben. Die Vorwurfe wurden nie bewiesen. (APA, 13.7.2015)

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