Irak startet Offensive in der Provinz Anbar

13. Juli 2015, 11:58
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Militär und Milizen sollen Jihadisten zurückdrängen – Berichte über schweres Bombardement in Falluja

Bagdad – Irakische Truppen haben mithilfe schiitischer Milizen eine Offensive zur Rückeroberung der Provinz Anbar gestartet, die von der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) kontrolliert wird. "Heute Morgen um fünf Uhr haben Einsätze zur Befreiung von Anbar begonnen", hieß es in einer Erklärung des Militärs, die am Montag im staatlichen Fernsehen verlesen wurde.

An der Offensive sind demnach die irakische Armee, Einheiten der Schiitenmiliz Hashid Shaabi, Spezialkräfte, Polizisten und Kämpfer der sunnitischen Stämme beteiligt. Details wurden nicht genannt. In der Vergangenheit hatten Kommandanten allerdings die Stadt Falluja 50 Kilometer westlich von Bagdad als erstes Ziel einer Offensive genannt.

Autobomben

Bewohner Fallujas und Ramadis berichteten über schwere Bombardements in den frühen Morgenstunden. In Sicherheitskreisen hieß es, auch IS-Kämpfer hätten Raketen abgefeuert und mehrere Autobomben vor Armee-Stellungen gezündet. Der IS hatte die Provinz-Hautstadt Ramadi vor zwei Monaten erobert und den Regierungstruppen, die von Luftangriffen einer Allianz um die USA unterstützt werden, damit eine schwere Niederlage zugefügt.

Anbar liegt westlich von Bagdad, ist die größte Provinz des Irak und wird mehrheitlich von Sunniten bewohnt. Viele von ihnen stehen der schiitisch geführten Zentralregierung in Bagdad nach schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit kritisch gegenüber. Das erleichterte den sunnitischen Extremisten des IS den Vormarsch in der Region. Experten gehen davon aus, dass die Provinz nur zurückerobert werden kann, wenn sich die sunnitischen Stämme auf die Seite der Zentralregierung schlagen und gegen den IS stellen.

Anschläge in Bagdad

Bei einer IS-Anschlagsserie in vornehmlich von Schiiten bewohnten Vierteln von Bagdad sind indes mindestens 23 Menschen getötet und 68 weitere verletzt worden. Im Viertel Al-Shaab im Nordosten der irakischen Hauptstadt ereigneten sich am späten Sonntag zwei Explosionen, wie ein ranghoher Polizeibeamter und ein Vertreter des Innenministeriums mitteilten.

Die beiden Anschläge in Al-Shaab ereigneten sich nach Polizeiangaben in der Nähe eines Markts. Mindestens eine der Explosionen wurde demnach durch einen Selbstmordattentäter ausgelöst. Am Adnan-Platz nahe dem Viertel Kasimija wurde kurz vor dem täglichen Fastenbrechen im muslimischen Fastenmonat Ramadan ein Selbstmordanschlag mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug verübt. Auf die gleiche Weise wurden Selbstmordanschläge in der Nähe eines Restaurants im Viertel Al-Bunuk sowie im Viertel Iskan verübt. (red/APA/Reuters, 13.7.2015)

  • Kämpfe bei Falluja
    foto: reuters

    Kämpfe bei Falluja

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