Do's und Don'ts beim Videointerview

16. Juli 2015, 11:53
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In einer digitalisierten und globalisierten Welt findet das erste Aufeinandertreffen zwischen Recruiter und Bewerber immer öfter virtuell statt

Sie haben Ihre Bewerbung für eine Position bei Ihrem Traumunternehmen verschickt – und was zurückkommt, ist nicht die Einladung zu einem persönlichen Gespräch sondern zu einem Videointerview. Tatsächlich bedienen sich Personaler immer öfter dieser Variante des Recruitements – die dem Bewerber selbst oft mehr Vorbereitungszeit abverlangt als ein herkömmliches face-to-face-Interview. Denn wenn die Kamera auf Halbmast eingestellt ist oder an der Wand ein Palmers-Plakat prangt, wirkt das schnell unprofessionell.

Worauf beim Videointerview zu achten ist:

Do: Die Technik checken

Es weckt nicht sehr viel Vertrauen in die Kompetenz eines Bewerbers, wenn er permanent an der Webcam herumspielt, unter den Tisch kriecht, um dort Kabel umzustecken oder am Headset herumzuschrauben. Deswegen: Bevor Sie das Interview beginnen, stellen Sie sicher, dass sämtliche technischen Geräte, die Sie für das Interview brauchen, auch funktionieren. Laden Sie den Akku Ihres Laptops, lesen Sie die Bedienungsanleitungen selten verwendeter Gadgets, stellen Sie Ihre Webcam auf Augenhöhe ein, schalten Sie das Headset auf "aktiv". Ebenfalls ratsam: Vorher einen Testdurchlauf mit Freunden durchführen.

Do: Rechtzeitig das Profilfoto wechseln

Bekommen Sie den finalen Termin für Ihr Interview zugesandt, denken Sie unmittelbar daran, Ihr Profilfoto auf Skype (und gegebenenfalls auch das auf den anderen sozialen Plattformen) zu wechseln. Das Urlaubsfoto, das Sie in Hotpants und mit Cocktail zeigt, sollte gegen ein professionelles Bewerbungsfoto ausgetauscht werden – am besten noch bevor Sie Ihr potentieller Arbeitgeber als "neuen Kontakt" hinzufügen will. Auch Statusmeldungen (à la "Am chillen, yo") sollten entfernt werden.

Don't: Im Gammel-Look bleiben

Nur weil das Setting für das Gespräch Ihr Wohnzimmer ist, bedeutet das nicht, dass Sie in T-Shirt und Jeans bleiben dürfen, mahnt die Job-Beraterin Mariam Salpeter. Das Videointerview ist und bleibt ein Bewerbungsgespräch – daher gilt derselbe Dresscode wie für ein herkömmliches Interview. Also: Werfen Sie sich in Schale, holen Sie Anzug oder Business-Dress aus dem Schrank. Einzige Ausnahme ist die Kreativbranche, hier werden üblicherweise auch legere Outfits akzeptiert.

Do: Eine professionelle Kulisse auswählen

Bei der Auswahl der richtigen Kulisse für Ihr Videointerview sollten Sie so ähnlich denken, als würden Sie ein Werbevideo für Ihr Haus drehen, rät das Online-Magazin Undercover Recruiter. Dass Sie jegliches Chaos vorher beseitigen, erscheint logisch – achten Sie aber auch darauf, dass keine kitschigen Dekos oder schrägen Kunstwerke im Bild zu sehen sind. Auch das Zertifikat zum "besten Biertrinker" oder die Tasse "Chaos Tussi" sollten besser aus dem Blickfeld entfernt werden.

Helle Wandfarben könnten den Recruiter ablenken, ebenso wie Geräusche: Schalten Sie also nicht nur Fernseher und Radio ab, sondern verschieben Sie auch den nächsten Geschirrspüldurchgang auf später.

Zuletzt sollten Sie prüfen, ob Ihr Stuhl knarrt. Auch darüber sollen sich Recruiter bereits beschwert haben.

Tipp: Sind Sie gerade auf Urlaub, bitten Sie darum, den Termin zu verschieben. Vor dem Pool, mit schlechtem Empfang – das macht keinen guten Eindruck.

Don't: Übertrieben lächeln

Die meisten Menschen werden nervös, wenn eine Kamera auf sie gerichtet ist. Manche sollen sogar schon davon gelaufen sein – was leider während eines Videointerviews keine Option ist, zumindest keine, die zu einer Jobzusage führt. Deswegen hier eine Anleitung für die nonverbale Kommunikation:

Fokussieren Sie nicht Ihr eigenes Bild oder den Boden, sondern schauen Sie in die Kamera – ab und zu den Blick senken, denn Starren kommt nicht gut an

Versuchen Sie, möglichst wenig zu gestikulieren.

Lächeln Sie, aber übertreiben Sie es nicht.

Damit das gelingt, stellen Sie sich am besten vor, Sie würden der Person, mit der Sie sprechen, gegenüber sitzen.

Do: Einen Notizzettel bereit legen

Auch die Stellenausschreibung auszudrucken und neben sich hinzulegen, gibt ein wenig Sicherheit. Aber bitte diese Hilfsmittel nicht überstrapazieren.

Don't: Romane erzählen

Der Vorteil eines Videointerviews: Sie können sich ganz auf Ihre Aussagen und Ihre Stimme konzentrieren. Versuchen Sie keine Stakkato-Antworten mit weniger als zehn Worten zu geben, erzählen Sie aber auch keine Romane, rät das Online-Portal Karriere-Bibel. Ideal ist, wenn Sie zu jeder Frage zwischen zwei und vier Minuten sprechen.

Smalltalk im Vorfeld sorgt übrigens auch beim Videointerview für eine entspannte Atmosphäre.

Do: Relaxt bleiben

Entspannen Sie sich. Auch wenn in einem Videointerview der persönliche Eindruck, die zwischenmenschliche Komponente zu kurz kommt – wenn Sie relaxt bleiben, klappt es auch online mit dem vielzitierten "authentischen" Eindruck.

"Das Ganze sollte nicht zu eingeübt rüberkommen", sagt Stephanie Kinkaid, Mitarbeiterin des Career and leadership center des Monmouth College. Das bedeutet auch, nicht nach der perfekten Performance zu streben: Denkpausen sind im ebenso okay wie gelegentliches Stottern. Wenn Sie einen Fehler machen, werden Sie nicht panisch. Entschuldigen Sie sich kurz und förmlich.

Was oft vergessen wird: Sich am Ende beim Interviewer für das Gespräch zu bedanken. Stellen Sie sich einfach vor, es wäre ein Telefongespräch – mit dem einzigen Unterschied, dass Ihr Gesprächspartner Sie sieht. (lib)

Links:

Weiterführende Artikel zum Thema finden Sie auf der Ressortseite Bewerbung.

  • Denken Sie an das passende Outfit. Nicht nur beim face-to-face-Gespräch, auch beim Skypeinterview mit Personalern ist professionelle Kleidung ein Musthave.
    foto: cammio video bewerbung

    Denken Sie an das passende Outfit. Nicht nur beim face-to-face-Gespräch, auch beim Skypeinterview mit Personalern ist professionelle Kleidung ein Musthave.

  • Auch auf einen neutralen Hintergrund ist zu achten.
    foto: cammio video bewerbung

    Auch auf einen neutralen Hintergrund ist zu achten.

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