Prishtina: Anschlag auf Wasserversorgung vereitelt

13. Juli 2015, 11:46
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Fünf Islamisten wollten offenbar See Badovc vergiften, der Wasserleitungen von kosovarischer Hauptstadt speist

Prishtina – Vor einigen Jahren war es noch normal, dass im Kosovo plötzlich der Strom ausfiel. Am Sonntag wurden – aus Sicherheitsgründen – die Wasserleitungen in Prishtina gesperrt, die vom See Badovc in der Nähe der kosovarischen Hauptstadt gespeist werden. Der Grund: Es bestand dringender Verdacht, dass eine Gruppe von Islamisten das Wasser in dem See vergiften wollte.

Fünf Personen wurden festgenommen – und werden vorerst einen Monat in Untersuchungshaft bleiben. Zwei der Verhafteten sollen für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gekämpft haben. In der Tasche eines der Verdächtigen, Enis L., soll Gift gefunden worden sein, berichteten lokale Medien. Möglicherweise hatten die Islamisten auch den Plan, das Leitungswasser in der mazedonischen Stadt Skopje zu vergiften.Hunderte Islamisten aus Bosnien-Herzegowina, Serbien, Albanien, Mazedonien und dem Kosovo kämpfen für den IS in Syrien und dem Irak.

Sicherheitsexperten berichten immer wieder von Rekrutierungsversuchen. Die große Armut und Arbeitslosigkeit sind neben religiösem Extremismus Faktoren, die auf dem Balkan Rekrutierungen befördern.

"Ehre im Djihad"

Der Einfluss wahhabitischer Strömungen nimmt seit den letzten Jahren zu, dabei spielen NGOs aus den Golfstaaten eine Rolle. Anfang Juni wurde ein Video mit dem Titel "Die Ehre liegt im Djihad, eine Botschaft an den Balkan" veröffentlicht, in dem auf die Geschichte der Muslime auf dem Balkan verwiesen wird und IS-Kämpfer aus Balkanstaaten ihre Landsleute auffordern, für den IS in den Irak und nach Syrien zu gehen. Wer nicht gehen könne, solle die "Diktatoren" auf dem Balkan bekämpfen: "Wenn Du kannst, stell Sprengstoff unter ihre Autos, in ihre Häuser. Wenn Du kannst, nimm Gift und schütte es in ihre Getränke", hieß es da. (awö, 13.7.2015)

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