Washington Post veröffentlicht Artikel von Islamistengruppe

12. Juli 2015, 16:42
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Ahrar al-Scham beklagt ungerechte Behandlung durch US-Regierung

Washington – In einem ungewöhnlichen Schritt hat die Washington Post einen Artikel der syrischen Islamistengruppe Ahrar al-Sham gedruckt, in dem diese über ihre Behandlung durch die US-Regierung klagt. Die US-Regierung lege eine so enge Definition von "moderat" an, dass die meisten Rebellengruppen von Unterstützung ausgeschlossen seien, kritisiert der Sprecher der Rebellengruppe, Labib al-Nahhas, in einem Meinungsbeitrag.

Nahhas wies in dem Beitrag in der Onlineausgabe den Vorwurf zurück, dass seine Gruppe dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehe. Allerdings hat sich Ahrar al-Sham im Norden Syriens mit dem syrischen Al-Kaida-Ableger, der Al-Nusra Front, gegen die rivalisierende Jihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) und die syrischen Regierungstruppen verbündet. Das Bündnis schaffte es in den vergangenen Monaten, mehrere wichtige Städte der Provinz Idlib von den Regierungstruppen zu erobern. Ahrar al-Sham ist ebenso wie die Al-Nusra Front und der Islamische Staat Ziel von Luftangriffen der US-geführten Militärkoalition.

Nahhas forderte, Gruppen wie Ahrar al-Sham als legitimen Teil der syrischen Opposition anzuerkennen. "Gefangen in ihrer eigenen Blase haben die Politiker im Weißen Haus Millionen von Dollar der US-Steuerzahler ausgegeben für die gescheiterten Bemühungen der CIA zur Unterstützung sogenannter moderater Kräfte in Syrien", schrieb Nahhas. Washington müsse anerkennen, dass die extremistische Ideologie des IS nur durch eine sunnitische Alternative aus Syrien besiegt werden könne und die Syrer selbst entscheiden müssten, was für sie moderat ist. (APA/AFP, 12.7.2015)

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