Generali hält an Fitness-App fest

12. Juli 2015, 12:27
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Die Versicherung kündigt die Einführung in Deutschland trotz vergangener Proteststürme für das erste Halbjahr 2016 an

München/Triest – Trotz scharfer Kritik von Daten- und Verbraucherschützern hält die Versicherungsgruppe Generali an ihren Plänen fest, Krankenversicherte durch spezielle Handy-Programme zu überwachen und ihnen als Belohnung für eine gesunde Lebensführung Rabatte zu gewähren.

"Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Halbjahr 2016 mit ersten Produkten auf den Markt kommen", sagte eine Sprecherin der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Im Geschäftsbericht für 2014 hatte Generali noch einen Start für Ende 2015 angepeilt.

Generali hatte im vergangenen November angekündigt, für Deutschland ein "verhaltensbasiertes Versicherungsmodell" zu planen, bei dem Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil über eine spezielle Smartphone-App gesammelt werden. Die Versicherungsgruppe löste damit einen Proteststurm aus. Kritiker sorgen sich unter anderem um den Datenschutz.

Österreich nicht betroffen

Die Generali-Versicherung in Österreich wird den umstrittenen Tarif in der Krankenversicherung mit einer individuellen Prämie je nach persönlicher Fitness nicht einführen. Der Grund: Eine individuelle Prämie in der Krankenversicherung ist in Österreich verboten, die Prämie kann nur im Kollektiv angepasst werden.

Die Konzernsprecherin für Deutschland bekräftigte, Datenschutz und Transparenz hätten "höchste Priorität". Doch solle die öffentliche Diskussion "nicht nur risiko-, sondern auch chancenorientiert geführt werden".

Der private Krankenversicherer Allianz hatte vergangene Woche die Einführung einer Fitness-App abgelehnt. "So verlockend das für manchen klingen mag, so falsch ist der Ansatz", schrieb die Chefin der Allianz-Krankenversicherung, Birgit König, in einem Beitrag für die "Wirtschaftswoche". Sie kritisierte auch die damit verbundene Datenerhebung von den Kunden als unverhältnismäßig. (APA/red, 12.7.2015)

  • Verhaltensbasiert soll das neue Versicherungsmodell sein. Da wird natürlich auch überwacht, ob nicht gemoggelt wird.
    foto: apa/pleul

    Verhaltensbasiert soll das neue Versicherungsmodell sein. Da wird natürlich auch überwacht, ob nicht gemoggelt wird.

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