Ein Toter bei "Electric Love Festival" in Salzburg

12. Juli 2015, 15:00
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Beleuchtungsturm kippte während eines Sturms um – Staatsanwalt ordnete Obduktion an

Koppl – Beim "Electric Love Festival" am Salzburgring in Koppl ist am Samstagabend nach einem Unwetter ein 23-Jähriger aus dem Flachgau tödlich verunglückt. Eine Sturmböe riss einen Lichtturm um, der auf den Festivalbesucher stürzte, wie das Rote Kreuz Salzburg mitteilte. Nach aktuellem Stand wurden demnach bei dem Unwetter keine weiteren Personen verletzt.

Der Unfall ereignete sich gegen 19.50 Uhr am Campingplatz Süd. Ein Notarzt habe mit der Reanimation begonnen, später sei der junge Mann aber verstorben, sagte Werner Meissl vom Roten Kreuz Salzburg bei einer Pressekonferenz in der Nacht auf Sonntag. Einige Augenzeugen wurden von vier Einsatzkräften des Kriseninterventionsteams betreut.

Etwa 45 Minuten vor dem Unfall sei die Festivalleitung von einem meteorologischen Dienst über ein herannahendes Unwetter in Kenntnis gesetzt worden, erklärte Veranstalter Manuel Reifenberger. Ab diesem Zeitpunkt sei das "Alarmierungskonzept" in Gang gesetzt worden, bei dem sämtliche technische Geräte und Zelte mit Ballast gesichert werden. "Leider ist es trotzdem zu dem schrecklichen Unfall gekommen", sagte Reifenberger. Der Bereich in dem sich der Unfall ereignete sei zu dem Zeitpunkt bereits von Securities abgesperrt gewesen. Auf dem Areal des Campingplatzes Süd hätten sich rund 11.000 Menschen aufgehalten.

Pro Tag waren rund 38.000 Besucher bei dem Electronic-Festival, das am Samstagabend wie geplant bis zum Schluss lief. "In Kooperation mit den Behörden haben wir uns entschieden das Festival geregelt und wie geplant auslaufen zu lassen", erklärte Reifenberger.

Obduktion angeordnet

Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat inzwischen eine Obduktion angeordnet. Ein Gerichtsmediziner soll klären, ob der vom Wind niedergerissene Lichtmast überhaupt die Todesursache war, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft zur APA.

Laut dem Sprecher wies der 23-Jährige äußerlich keine auf ein tödliches Geschehen hindeutende Verletzungen auf, weshalb die Obduktion die genaue Todesursache klären soll. Erst dann könne die Staatsanwaltschaft sagen, in welche Richtung weiter ermittelt werde.

Die Polizei Salzburg hat in dem Fall bereits einen ersten Bericht an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Gleichzeitig werden die kriminalpolizeilichen Ermittlungen hinsichtlich der genauen Todesursache fortgesetzt, sagte ein Polizeisprecher. Nach dem Unfall am Samstag in den späten Abendstunden seien bereits Beweismittel sichergestellt worden. (APA, 12.7.2015)

  • Der Lichtturm stürzte wegen starken Windes um
    foto: apa/fmt-pictures/pm

    Der Lichtturm stürzte wegen starken Windes um

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