127 Festnahmen seit Anschlag auf Hotel in Tunesien

11. Juli 2015, 22:23
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Verdächtige sollen extremistischen Gruppierungen angehören

Tunis – Seit dem blutigen Anschlag auf ein Strandhotel vor gut zwei Wochen haben die tunesischen Behörden dutzende mutmaßliche Mitglieder extremistischer Gruppen festgenommen. Bei rund 700 Razzien hätten die Sicherheitskräfte seither insgesamt 127 Verdächtige gefasst, teilte der für die Kommunikation über die Sicherheitsmaßnahmen zuständige Minister Kamel Jendoubi am Samstag mit.

Wie viele von ihnen direkt in den Anschlag verwickelt waren, sagte er nicht. Vor rund einer Woche hatte Jendoubi die Festnahme von sieben Männern und einer Frau verkündet, die in "direkter Verbindung" zu dem Angriff stehen sollen.

Am 26. Juni hatte ein tunesischer Student an einem Strand in Port El Kantaoui nahe Sousse 38 Menschen erschossen, davon 30 Briten. Zu der Tat bekannte sich die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die britische Regierung rief am Donnerstag ihre Landsleute zur Heimkehr auf. Sie gehe davon aus, "dass ein weiterer terroristischer Angriff hoch wahrscheinlich" sei. Dänemark und Irland schlossen sich inzwischen der Reisewarnung an.

Jendoubi bedauerte die Entscheidung. Es gebe keine Hinweise auf einen "unmittelbar drohenden" Anschlag, erklärte er. Nach seinen Angaben wurden 3000 Sicherheitsbeamte zum Schutz der Strände, Hotels und archäologischer Stätten abgestellt. Seine Regierung unternehme alles, um "unser Land, unsere Bürger und alle Ausländer" zu schützen, sagte der Minister. Neben den tunesischen Streitkräften seien dafür "mehr als 100.000 Polizisten, Zivilschützer und Nationalgardisten" im Einsatz. (APA, 11.7.2015)

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