Outdoor-Kleidung kann bei Schengen-Einreise verdächtig machen

11. Juli 2015, 14:45
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"Spiegel": EU-Kommission will bei Grenzkontrollen aufgrund des Äußeren auf Terrorgefahr prüfen

Hamburg/Brüssel – Wer bei der Einreise in den Schengen-Raum Outdoor-Kleidung trägt, kann sich damit zukünftig verdächtig machen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Das Magazin beruft sich auf ein vertrauliches Papier der EU-Kommission, demzufolge Personen bei Grenzkontrollen künftig auch aufgrund ihrer äußeren Erscheinung auf einen möglichen Terrorhintergrund überprüft werden sollen. Bei EU-Einwohnern, die aus Konfliktgebieten zurückkehren, zählen demnach Wunden, Verletzungen und Verbrennungen zu sogenannten Risikoindikatoren. Auch auf blasse Hautpartien, die auf eine frische Bartrasur schließen lassen, sowie Militär- und Outdoor-Kleidung soll in Hinkunft besonderes Augenmerk gelegt werden.

Tätowierungen und nervöses Verhalten

Insgesamt listet die Kommission 25 Risiko-Merkmale auf. Als risikobehaftet gelten demnach grundsätzlich Männer im kampffähigen Alter mit einschlägigen Tätowierungen und "nervösem Verhalten". Bei Verdächtigen ist ein Abgleich in den europäischen Polizeidatenbanken vorgesehen, wobei die Maßnahmen unter anderem Reisende aus Syrien, dem Irak, der Türkei oder Jordanien betreffen sollen.

Die Risikoindikatoren sind in Brüssel allerdings umstritten. Kritiker fürchten eine systematische Personenkontrolle von EU-Bürgern im Schengen-Raum, der eigentlich einen weitgehend freien Personenverkehr garantiert. (APA, 11.7.2015)

  • Verdächtige Funktionskleidung.
    foto: epa/karl-josef hildenbrand

    Verdächtige Funktionskleidung.

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