Waffenruhe im Jemen schon am ersten Tag gebrochen

11. Juli 2015, 08:21
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Während der einwöchigen Feuerpause soll die unter dem Bürgerkrieg leidende Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden

Sanaa – Die von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenruhe im Bürgerkriegsland Jemen ist bereits am ersten Tag mehrfach gebrochen worden. Anrainer berichteten der Deutschen Presse-Agentur, Jets der von Saudi-Arabien geführten Koalition hätten in mehreren Provinzen Ziele der schiitischen Houthi-Rebellen angegriffen.

Zugleich hieß es, auch die Huthis hätten Viertel in der Stadt Tais im Süden des Landes beschossen. Dort habe es schwere Gefechte gegeben.

Nach monatelangen Kämpfen war um Mitternacht (Ortszeit) eine von dern UNO vermittelte Waffenruhe in Kraft getreten, die bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan am kommenden Freitag dauern soll. In dieser Zeit soll die notleidende Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, Wasser und Medizin versorgt werden. Nach UNO-Angaben brauchen 21,1 Millionen Menschen – mehr als 80 Prozent der Bevölkerung – Hilfe von außen.

Kämpfe auch aus Aden gemeldet

Houthi-Rebellen und ihre Verbündeten hatten in den vergangenen Monaten große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht und Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht nach Riad gezwungen. Saudi-Arabien und seine Verbündeten bombardieren seit Ende März Houthi-Stellungen.

Angriffe der Rebellen wurden am Samstag auch aus der seit Wochen umkämpften Hafenstadt Aden im Süden des Jemen gemeldet. Dort sowie in anderen Städten bombardierte die von Saudi-Arabien geführte Koalition Stellungen der Rebellen.

Ein Sprecher der Koalition erklärte, das Bündnis halte sich nicht an die Waffenruhe, weil sie von den Houthis und ihren Verbündeten gebrochen worden sei. Er forderte zugleich internationale UNO-Beobachter, die die Feuerpause überwachen und Verstöße melden sollen. (APA/dpa, 11.7.2015)

  • Der Konflikt im Jemen setzt der Bevölkerung schwer zu.
    foto: reuters/abdullah

    Der Konflikt im Jemen setzt der Bevölkerung schwer zu.

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