"Klimalüge" und Aluhut

Einserkastl10. Juli 2015, 17:01
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Susanne Winter ist seit neuestem Umweltsprecherin der FPÖ

Jede Gesellschaft hat ihre politischen Freaks, angesiedelt in einem Schattenreich zwischen Vernunft und blankem Irrationalismus. In den USA heißt das "lunatic fringe". Eine mögliche Übersetzung wäre "verrückter Rand".

Dort finden sich nicht wenige Menschen, die daran glauben, dass Gott die Erde vor ca. 6000 Jahren geschaffen hat und die Evolutionslehre ein Schwindel ist ("creationists"). Oder dass gegen Gedankenkontrolle durch Chemtrails Aluhüte helfen. Bis weit in die Reihen der Republikanischen Partei reichen auch jene, die den Klimawandel für erfunden halten.

Ein Echo davon ist jetzt kürzlich aus dem FPÖ-Klub im Parlament zu hören. Die Abgeordnete Susanne Winter nennt den Klimawandel ein "einziges mediales Lügengebäude, das zum Einsturz gebracht werden muss". Den Konsens seriöser Wissenschafter im Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change, dem sich 97 Prozent aller Klimaforscher anschlossen, nennt sie eine "ideologische Pseudowissenschaft". Frau Winter ist seit neuestem Umweltsprecherin ihrer Partei.

Vorher war sie inoffizielle Islamsprecherin, als solche allerdings wegen Äußerungen über Mohammed rechtskräftig verurteilt.

Vermutlich dürfen wir von ihr demnächst etwas über den Nutzen von Aluhüten erwar-ten. Problematisch nur, wenn "fringe" fast zum Mainstream wird, abzulesen an den derzeitigen Umfragewerten der FPÖ. (Hans Rauscher, 10.7.2015)

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